Franziska Maderthaner 06

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Publikumsstimme:
Von Künstlerinnen und Künstlern war vor allem die Rede, wenn sie Objekte produzieren, mit denen sie Gewinn machen können. Wie steht es mit den Künstlern - und das ist ja ein mittlerweile großer Teil -, die nichts produzieren, das verkauft werden kann. […] Ich denke da jetzt auch an Alex Nikolic, der wäre […] ein Beispiel dafür, würd[e] ich sagen. Wie ist da das Selbstverständnis unter diesen Leuten, oder …?
FM:
Es ist auf jeden Fall eine Entwicklung innerhalb der bildenden Kunst der letzten - sagen wir [ein]mal - 15 Jahre, wo diese Branche der Künstler und Künstlerinnen, die in einem - sagen wir [ein]mal – kontextuellen, sozialen, vermittelnden usw. Feld arbeiten, in einem Feld, das nicht ein reales Produkt als Endresultat hat[, entstanden ist. Das, Anm. AR.] ist eine riesige Branche - kann man fast sagen - geworden, man muss sich nur die ganzen Grossaustellungen anschauen, wie documenta usw., wo eigentlich sehr viele von diesen Künstlerpositionen vertreten sind.
Ich sehe da auch jetzt nicht, dass diese KünstlerInnen sich nicht untereinander vernetzen. Das ist eine ganz große Vernetzung, die da eigentlich dabei ist, weil sehr viel über die Sprache auch läuft und b) im Atelier …, weil ein Atelier hier meist [auch] gar nicht […] notwendig ist. [Dies, Anm. Ar.] hat sich natürlich aber zu einer sehr viel diskutierten und sehr intensiv verhandelten Kunstgruppierung – nein, Gruppierung ist das falsche Wort - Entwicklung innerhalb der Kunst … - so steht das einfach jetzt da. Wenn man jetzt interessante Kunstzeitschriften aufschlägt, egal ob man jetzt nimmt das Kunstforum oder Texte zur Kunst oder irgendwelche theoretischen Werke, [so sieht man, Anm. AR.] dass dort nur diese Positionen verhandelt sind und kaum KünstlerInnen, die im klassischen Sinn Werke produzieren, die man mit zwei Nägeln an die Wand hängt.
[Skeptische Reaktion im Publikum, Anm. AR.]
FM:
[… Doch, Anm. AR.], schon. Es wird immer stärker, würd[e] ich einmal sagen. Verhandelt wird das und weniger die traditionelleren Positionen.
Leben davon ist nach wie vor relativ schwierig, aber es gibt zunehmend vor allem Institutionen, privatwirtschaftliche Institutionen, die so etwas fördern. Ich denk[e] jetzt z.B. nur einmal an die Generali [in Wien, Anm. AR.], die einfach sagt: wir haben einen Ausstellungsraum - den es jetzt leider in der Form nicht mehr gibt. Aber es gibt auch viele andere Firmen, die sagen: wir unterstützen solche Projekte, so eine Art von Kunstproduktion. Es gibt natürlich viele, viele Grossaustellungen, wo diese Positionen immer wieder gezeigt werden, in meinen Augen fast etwas zu inflationär gezeigt werden. Aber so ist es.
Es wäre natürlich gut, wenn es für solche künstlerische Produktion, die also jetzt rein im theoretischen oder im vermittelnden Bereich sich abspielt, so [et]was wie Ausstellungsvergütungen geben könnte, sollte. Es ist schon so, dass da nicht sehr viel Geld lukriert wird, aber zunehmend einfach doch Geld fließt von Firmen, die sich mehr Image oder ihr Renommee über das Sponsoring oder über die Unterstützung von dieser Kunst holen und entwickeln wollen.
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