Marie Ringler 05

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Ich glaub[e], dass es ein ganz wichtiger Punkt ist, dass […] tatsächlich in den unterschiedlichen Sparten die Situation sich auch unterschiedlich darstellt. Und das ist auch ein tatsächlicher Faktor der in der Kulturpolitik[, der] sehr spürbar ist. Also wenn es jetzt z.B. konkret um das Thema darstellende Kunst geht: innerhalb dieser Theaterreform, die in den letzten Jahren in Wien versucht worden ist, gab [e]s ja immer auch sozusagen den Wunsch nach einem gewissen Generationenwechsel innerhalb der Leitungspositionen und auch innerhalb der Theater als solche. Und das stellt eine immanent soziale Frage, also: was bedeutet das, wenn man – was ich durchaus aus künstlerischen Kriterien [heraus] persönlich vertrete -, also wenn man sagt: eine künstlerische Intendanz soll nicht mehr als zehn Jahre dauern? Was bedeutet das dann für die Person des/der IntendantIn, die das war bis sie jetzt 45 ist und das dann nicht mehr ist? Also was bedeutet das? Das ist eine soziale Frage, und es ist eine, die uns – glaub[e] ich – nicht kalt lassen kann. […] Auch wenn man sozusagen vielleicht auf einer künstlerischen Ebene anders bewertet, ist es eine relevante Fragestellung, die sich im Gesamtkontext von Kulturpolitik, glaube ich, ganz massiv stellt. Und das sind nicht nur die BalletttänzerInnen, bei denen es sehr offensichtlich wird, aber wo man sagen kann: mit Mitte 30 kann man noch etwas anderes anfangen. Was tut man, wenn man Mitte 50 ist und von diesem System betroffen wird? Das ist etwas, glaub[e] ich, das auch in den nächsten Jahren immer stärker ein Thema werden wird, weil natürlich da auch eine ganze Generation – auch in Wien – eines Aufbruchs vielleicht in den 80er Jahren jetzt zunehmend in diese Alterskategorie gerät. Also diese ganze [so genannte, Anm. AR.] freie Szene, die werden jetzt irgendwann einmal alle 50 und 60.
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