Stefan Bläske 03
AR:
Da würde mich [auch] interessieren, [...] wenn wir jetzt [...] vom Rituellen gehört haben in der transdisziplinären Inszenierung, [...] in der bildenden Inszenierung: welche Rolle spielt der Ritus am Theater? Ist das der erzieherische Auftrag? Oder ist das die Beschreibung von Menschen, von Menschenhandlungen? Was ist sozusagen die innerste Aussage, wenn man sozusagen danach fragt, was kann ein Medium gut? … das ist sicher eine große Frage ….
SB:
Es wird, glaube ich, immer schwierig, wenn man so ontologisch [vorgeht,] wenn man also sagt: dieses Medium kann diesem Auftrag gerechter werden als das andere Medium. […] Und dennoch gibt es die Frage danach: was kann das Theater heute im Gegensatz zu anderen Medien?
Entscheidend scheint mir dabei die Ko-Präsenz, vielleicht auch die sogenannte Feedback-Schleife, dass also ein direkter Austausch von Darstellern und Zuschauern stattfinden kann. Es wird z.B. im Sinne von Mitmachtheater [viel gearbeitet ...], das gerade in den Schulen immer stärker eingesetzt [wird]. Ich glaube, in Österreich gibt es jetzt auch diese Tendenz. In Deutschland ist es seit ein paar Jahren sehr [… deutlich] zu beobachten, dass man Theater verstärkt im Bildungsprozess einsetzt, aber eben nicht als passives Konsumieren – nämlich: da vorn[e] auf der Bühne passiert etwas und ich hör[e] mir das an -, sondern: ich mache mit, und durch die Aktion, die ich vollführe, durch die Dinge, in die ich mich einfühle, kann ich einen Lernprozess durchleben.
LK:
Angelsächsische Tradition.
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