Archive for the 'ricarda denzer' Category

Ricarda Denzer 12

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Grundeinkommen für alle; ein großes gutes Grundeinkommen.

P/p – W:
Da taucht die Frage auf: wenn die Künstler jetzt regelmäßig Geld haben usw. – aber das ist vielleicht altvaterisch -, dann werden sie vielleicht faul, aber sollen sie einfach faul sein, das soll drin[nen] sein.

RD:
Es gibt da Modelle ….

Publikumsstimme:
Es gibt Modelle zur Grundsicherung, wäre das [eine Alternative?]

RD:
Sigmund Baumann, work culture: ein Drittel Erwerbsarbeit, […] die man wirklich, wirklich machen will; ein Drittel Erwerbsarbeit; ein Drittel gemeinnützige Arbeit. […] Das wäre sozusagen sein Modell. Und er lehnt z.B. das Grundeinkommen deswegen ab, weil er eben meint, die Leute wären nicht mehr motiviert zu arbeiten. Ich meine: ich mache die Arbeit, die ich wirklich, wirklich machen will, und es geht sich mühsam aus, die Basis zu schaffen, obwohl ich wirklich nicht wie viele andere [verdiene]. Und man muss sich anschauen: Woran liegt es? Liegt es an mir? Liegt es an der Gesamtgesellschaft? […] Das muss man sich [… eben] anschauen. […] Wenn die Tendenz ist, dass die Leute also wirklich in Heimarbeit arbeiten und ihre Basis abdecken müssen mit der Arbeit – wie sind da die Einkommensverhältnisse? Wie kann das funktionieren? […] Ich sitze oft zuhause und denke mir: ich brauch[e] ein Grundeinkommen. Und das geht vielen anderen auch so. Weil ja: […] ein Drittel Erwerbsarbeit machen sowieso viele; ein Drittel gemeinnützige Arbeit ergibt sich schon dadurch, dass man viel von der geleisteten Arbeit nicht bezahlt [… bekommt] und die sozusagen [so] gemeinnützig wird und [man …] dann versucht, mühsam, die Arbeit zu finanzieren, die man [… eben] wirklich, wirklich machen will. Also: das ist irgendwie …. Die Kluft ist da ziemlich groß.

PRINZGAU/podgorschek 22

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

P/p – W:
Aber trotzdem bist du am meisten beruhigt, wenn dir etwas einfällt?

RD:
Ja.

Ricarda Denzer 11

Ricarda Denzer, artist, A

AR:
Ricarda, ich nehme an bei Dir sind das auch Echte Werkverträge?

RD:
Ja, ich gehe da gar nicht so darauf ein, aber man muss einmal sagen, bis man überhaupt an den Punkt kommt, Verträge zu haben, arbeitet man ganz lange [ohne Verträge], wird man ja mit anderen Kapitalformen bezahlt, und das zieht sich ewig. Das ist natürlich Umwegrentabilität und Reputation, aber ich meine eben, die Leute arbeiten sich arm, und das geht auch ganz schnell. Es gibt ja Kapitalformen, die sich nicht als Bares ausdrücken. Oder es gibt ein bisschen Produktionsgeld. Da brauch[e] ich [ein]mal einen ganz langen Atem und ein Durchhaltevermögen[, bis] überhaupt [irgendwann …] Honorar bezahlt [wird] – […] das ist ja nicht selbstverständlich.

Ricarda Denzer 10

Ricarda Denzer, artist, A

AR:
Das wurde ja auch z.B. mit den Info Screens in den U-Bahnen – […] seit zehn Jahren mindestens, also seit Bestehen dieser Screens – versucht: dort etwas zu machen. Es wird einfach nicht zugelassen.

RD:
Das ist eben eine andere Form von Öffentlichkeit. Aber davor muss die Arbeit gemacht werden, das heißt: wer finanziert, dass du diese Arbeit der Avantgarde-Filme überhaupt machen kannst. Wenn du sie nicht vermarktest: das ist eine Frage der Veröffentlichung. Aber [es] wäre ein Punkt davor: wie finanziere ich meine Arbeitszeit, die ich brauche, um meine Arbeit zu machen? Handel ist wieder etwas anderes. […] Da ist […] einfach die große Frage: wie soll das finanziert werden? Wenn alle damit beschäftigt sind, nur ihre Basis zu schaffen … alle hetzen sich ab, arbeiten ….

PRINZGAU/podgorschek 17

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

Publikumsstimme:
Wieso habt Ihr[, Brigitte, Ricarda, Wolfgang,] den Fragebogen nicht ausgefüllt?

RD:
Der Drucker ist [… kaputt].

P/p – B:
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe sofort biblisch gedacht und habe mir gedacht, keine Volkszählung hat jemals den Leuten wirklich [et]was gebracht. […] Man wird eingerastert in irgendetwas, und es bleibt zu hoffen mit den Ergebnissen, dass etwas passiert, aber ob eine Verbesserung passieren wird, das wage ich [zu bezweifeln].

Publikumsstimme:
Ich habe daran gar nicht gedacht. Ich habe natürlich sehr viele Fragen als nicht beantwortbar [bezeichnet] und ein paar habe ich hingeschrieben, ich habe sehr viel kommentiert.

[...]

Ob es [et]was bringt oder nicht – ich finde, das ist ein Ansatz, den es ewig lang nicht gegeben hat, kostet Zeit, ok, aber ich meine, alleine, wenn sie darauf kommen, dass gewisse Fragen nicht zu beantworten sind, ist das auch schon ein Resultat.

AR:
Dann ist das auch eine Aussage, natürlich.

Publikumsstimme:
Aber man muss ihn abschicken und sagen, man kann ihn nicht beantworten, was soll die Frage. Also ist das schon [et]was.

Ricarda Denzer 09

Ricarda Denzer, artist, A

Ich würde es einfach einmal herunter brechen auf die Fakten, was es überhaupt heißt zu arbeiten, d.h. im informellen Sektor zu arbeiten, die Heimat als Arbeitsplatz zu nehmen, d.h. den eigenen Boden zu finanzieren, die Geräte zu finanzieren, Strom und Gas, die Versicherung und so weiter, also, [all] diese Dinge abzudecken. Wenn ich von einer Institution kontaktiert werde, meinetwegen, um in bestimmten Zusammenhängen meine Arbeit zu machen, dann sitzen dort verschiedene Leute in ihren verschieden Funktionen, haben den Arbeitsplatz bezahlt, haben ihre Geräte dort. Wenn ich das mache, muss ich mir überlegen: werde ich eben als Künstlerin adressiert, die […] den Blick [… in einer gewissen] Freiheit auf ganz bestimmte gesellschaftspolitische Zusammenhänge [richtet] und kann so die Arbeit machen, oder bin ich jetzt gerade meine Buchhalterin oder meine Grafikerin, meine Steuerabteilung, meine Rechtsabteilung usw.. Das heißt, ich muss das alles abdecken, weil ich als einzelne [vorgehen muss]. Da ist auch die Frage: als was verstehen wir uns? Ich kann darauf verzichten, das alles zu tun, aber ich kann mir das nicht anders leisten, ich muss das alles abdecken.

Das heißt […]: Vermarktung? Irgendwann fehlen die Ressourcen.

Ricarda Denzer 07

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Das gehört auch nicht zu meinen Überlegungen. Das ist sogar überhaupt nicht Teil meiner Überlegungen, muss ich sagen, weil ich so damit beschäftigt bin […], in erster Linie die Arbeit machen zu können, und das erfordert schon soviel Aufwand, um überhaupt die Basis zu haben, arbeiten zu können. Also: ein breites Publikum oder nicht, ehrlich gesagt, ….

« Previous PageNext Page »