Archive for the 'ricarda denzer' Category

PRINZGAU/podgorschek 33

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

Publikumsstimme:
Aber da ist meiner Meinung nach in allen Berufen das Problem: ich sehe es ja im Freundeskreis, egal ob MedizinerIn oder – ich weiß eigentlich nicht was ich will -, aber ich sehe es in jedem Job eigentlich: man macht nie das, was man will, und man quält sich da durch und ist irgendwie gefangen.

P/p – W:
Aber wir machen ja das, was wir wollen.

RD:
Und leiden trotzdem.

Ricarda Denzer 18

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Im Grunde schließe ich mich dem an. Ich wüsste nicht, warum meine Arbeit mehr Bedeutung hätte als eine andere Art von Arbeit, nur für mich hat sie eben eine Bedeutung. Das ist eben die Form, in der ich mich ordne […], das ist eben meine Arbeit, und ich denke mir, das KünstlerInnenbild ist so vielfältig wie die KünstlerInnen selber, und da gibt es nicht eines.

Ricarda Denzer 17

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Also: wie ist das? Warum gibt es eine Frauengewerkschaft für den informellen Sektor? Ist das nicht interessant? Das hat ja [et]was mit mir zu tun. […] Sich diese Dinge anzuschauen ….

Und eben diese Frage von beurteilen und beurteilt werden, und Netzwerke. Das spielt natürlich eine Rolle […] Das eben nicht den Monopolen zu überlassen, sondern selber mitzuurteilen und natürlich selbst beurteilt zu werden.

Und natürlich auch: Dinge, die gefördert werden, werden auch gerne weitergefördert, weil: da hat man ja schon [hinein …] investiert. Aber wie kann man das mitbestimmen?

Ricarda Denzer 16 / Martina Reuter 01

Ricarda Denzer, artist, A

Martina Reuter, Depot, im Publikum:
Ich denke, wo Netzwerke vielleicht funktionieren könnten abseits von Produktionsgemeinschaften – nicht nur funktionieren könnten, sondern funktionieren müssten, um das jetzt einmal wieder zum Ausdruck zu bringen -, sind [es] vielleicht eher Kampfgemeinschaften als Produktionsgemeinschaften.

Und ich denke, das Podium heute repräsentiert jetzt nicht das, wo wir sagen: die Künstlerinnen und die Künstler, sondern ist nur ein ganz winziger Ausschnitt von dem, was allein nur in der bildenden Kunst da ist. […] Ein wirklich großer Teil kann supertoll verdienen, und das liegt daran, dass das Kunstverständnis, das allgemein herrscht, wirklich noch 200 Jahre alt ist. […] Es ist tatsächlich 19. Jahrhundert. […] Es gibt massenhaft Geld von der Privatwirtschaft für Kunst, aber das ist alles sammel- und stapelbar. […] Da frage ich mich: warum setzt da niemand an und klärt mal die auf, dass sie eigentlich alle hinten nach humpeln? Selbst die öffentlichen Förderstellen, was schon was heißt. Aber selbst da ist es so: dort, wo gefördert wird mit Riesenmassen im öffentlichen Bereich ist alles, was abgesichert wird. Das, was Ihr alle macht, das ist so ein kleiner Ausschnitt mit ganz wenig Geld.

Und da frag[e] ich mich, warum sich die Künstler und Künstlerinnen, die nicht zu den klassischen Kunstproduzenten gehören, die – sag[e] ich jetzt [ein]mal – Bilder herstellen, die man an die Wand hängen kann und die dann der Verbund privat sammelt, wo dann noch öffentliche Museen das ausstellen – wobei: öffentliche Gelder sollten eigentlich für etwas anderes da sein als Privatsammlungen zu finanzieren für eine Ausstellung -, [nicht zusammenschließen?] Wo ist da die Solidargemeinschaft der Künstler und der KünstlerInnen? Da wirklich – wie Du[, Brigitte,] auch gesagt hast – einmal aufzuschreien und zu sagen: das lassen wir uns nicht mehr gefallen!

RD:
Ja, die MedienkünstlerInnen werden da nur zustimmen, das ist ganz klar. Da gibt es ganze communities die auch nicht [wissen wie finanzieren …]. Aber das ist eben Handel.

Ich dachte, das sind 0,3%, die vom Handel leben können, ich wusste gar nicht, dass das so viele sind.

MR:
Aber schauen wir doch einmal weltweit jetzt – nicht in Österreich – auf die Messen.

RD:
Ja, aber ich glaube, der Mittelstand bricht da genauso weg wie gesamtgesellschaftlich. Da gibt es auch mittlerweile Riesenunterschiede, also, ich glaube, das ist ein ganz kleiner Teil, d[er] davon leben k[ann].

MR:
Ich finde eben, gemessen jetzt nicht an den Menschen, sondern gemessen an dem, was dafür ausgegeben wird: das sind Unsummen.

RD:
Ja, deswegen interessiert mich auch, ein Modell anzuschauen, [… das] außerhalb des [… gängigen Systems funktioniert, und] wie funktioniert das woanders?

MR:
Ja, genau.

Ricarda Denzer 15

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
[…] Die Frage ist [… eben]: wie kann das anders ausschauen?

P/p – W:
Kleine Vernetzungen, Netzwerke.

AR:
Kleinere, ja richtig.

Ricarda Denzer 14

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Interessant ist die Frage, die vorher schon im Raum stand: warum gibt es keine Zusammenschlüsse? Warum gibt es keine Associations […]?

P/p – W:
Wie die Kammern, Ärztekammer, Künstlerkammer ….

RD:
Ich frage mich auch in dem Sinn: Gibt es jetzt Zweckgemeinschaften oder gibt es …? Und wo widerspricht sich das eigentlich: […] einerseits dieser Individualisierungsdrang und dieses eben nicht Künstler sein von 9 t0 5, sondern man ist das immer, und sich eben nicht regeln zu lassen und anderseits auch nicht Arbeit im Sinne von – also schon im Sinne von Denken, Sprechen, Handeln, aber nicht im Sinne von – Arbeitszwang zu brauchen, um überhaupt arbeiten zu können. Und andererseits […] auch: wie kommt man weg von einer isolierten Einzelzelle? Weil Raum teuer ist und weil da alle [so] in ihrem [einsamen] Arbeitsding landen und jede/r irgendwie die gleichen Probleme hat. Wo finden Zusammenschlüsse statt […]?

Publikumsstimme:
IG Bildende Kunst.

RD:
IG Bildende Kunst, ja, ich weiß, aber ….

Publikumsstimme:
Wo sind die Lobbyisten in Brüssel? Die muss man sich leisten können.

RD:
Wahrscheinlich, ja.

Ricarda Denzer 13

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Aber da muss ich dann wieder fragen, ob man da nicht doch wie ein Unternehmen argumentiert, vorgeht. Was muss ich damit alles abdecken? Ich muss ja das alles – meine Geräte, bla bla bla [finanzieren]. Ich meine, wer bezahlt mir das?

P/p – B:
Wer bezahlt letztendlich die Miete?

Publikumsstimme:
Wer bezahlt es wirklich? Ich weiß es nicht. Von mir können sie nicht leben, und trotzdem bekommen sie mein ganzes Geld, wenn ich einen Film mache.

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