Archive for the 'PRINZGAU/podgorschek' Category

Ricarda Denzer 13

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Aber da muss ich dann wieder fragen, ob man da nicht doch wie ein Unternehmen argumentiert, vorgeht. Was muss ich damit alles abdecken? Ich muss ja das alles – meine Geräte, bla bla bla [finanzieren]. Ich meine, wer bezahlt mir das?

P/p – B:
Wer bezahlt letztendlich die Miete?

Publikumsstimme:
Wer bezahlt es wirklich? Ich weiß es nicht. Von mir können sie nicht leben, und trotzdem bekommen sie mein ganzes Geld, wenn ich einen Film mache.

PRINZGAU/podgorschek 30

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

P/p – B:
Um auf diese Werkverträge noch einmal zurückzukommen, früher, da waren eben diese Lehraufträge, da war […] alles im gesamten Paket. Und jetzt ist das nicht mehr so. Jetzt bekommt man einen Werkvertrag und muss für den Rest selbst [aufkommen]. Früher hat eben der Staat oder das Unternehmen mehr übernommen. Die haben sich dem entzogen, und das finde ich eben nicht korrekt, eigentlich.

Publikumsstimme:
Kann man nicht die Honorare erhöhen?

P/p – B:
Ja, das haben sie aber nicht gemacht, sie haben sie eher niedriger gemacht. Und jetzt hat man das niedrigere Honorar und noch dieses, was man selbst abführen muss, und da reagiert fast niemand bis jetzt.

Ricarda Denzer 12

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Grundeinkommen für alle; ein großes gutes Grundeinkommen.

P/p – W:
Da taucht die Frage auf: wenn die Künstler jetzt regelmäßig Geld haben usw. – aber das ist vielleicht altvaterisch -, dann werden sie vielleicht faul, aber sollen sie einfach faul sein, das soll drin[nen] sein.

RD:
Es gibt da Modelle ….

Publikumsstimme:
Es gibt Modelle zur Grundsicherung, wäre das [eine Alternative?]

RD:
Sigmund Baumann, work culture: ein Drittel Erwerbsarbeit, […] die man wirklich, wirklich machen will; ein Drittel Erwerbsarbeit; ein Drittel gemeinnützige Arbeit. […] Das wäre sozusagen sein Modell. Und er lehnt z.B. das Grundeinkommen deswegen ab, weil er eben meint, die Leute wären nicht mehr motiviert zu arbeiten. Ich meine: ich mache die Arbeit, die ich wirklich, wirklich machen will, und es geht sich mühsam aus, die Basis zu schaffen, obwohl ich wirklich nicht wie viele andere [verdiene]. Und man muss sich anschauen: Woran liegt es? Liegt es an mir? Liegt es an der Gesamtgesellschaft? […] Das muss man sich [… eben] anschauen. […] Wenn die Tendenz ist, dass die Leute also wirklich in Heimarbeit arbeiten und ihre Basis abdecken müssen mit der Arbeit – wie sind da die Einkommensverhältnisse? Wie kann das funktionieren? […] Ich sitze oft zuhause und denke mir: ich brauch[e] ein Grundeinkommen. Und das geht vielen anderen auch so. Weil ja: […] ein Drittel Erwerbsarbeit machen sowieso viele; ein Drittel gemeinnützige Arbeit ergibt sich schon dadurch, dass man viel von der geleisteten Arbeit nicht bezahlt [… bekommt] und die sozusagen [so] gemeinnützig wird und [man …] dann versucht, mühsam, die Arbeit zu finanzieren, die man [… eben] wirklich, wirklich machen will. Also: das ist irgendwie …. Die Kluft ist da ziemlich groß.

PRINZGAU/podgorschek 28

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

Publikumsstimme:
Ich würde gerne noch einmal auf die ökonomische Situation zurückkommen. Wenn ich das […] richtig verstanden habe, dann kritisieren Sie ein wenig die Werkvertragssituation, weil die mühsam ist: man [… bekommt ein bisschen] Geld und freut sich, aber dann bleibt eigentlich nichts übrig ….

P/p – B:
Man muss dann auch selbst all diese Zahlungen machen ….

Publikumsstimme:
Aber wenn man jetzt unterstellt, dass ein gewisses Maß an Geld ein notwendiges Übel darstellt: welche alternativen Erwerbs- oder Einkommensformen würden Sie sich vorstellen als Künstlerinnen und Künstler? […] Was wäre ein [gangbarer …] Weg?

P/p – W:
Ein einfaches Grundeinkommen.

PRINZGAU/podgorschek 27

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

AR:
Ja, das ist eine der schwierigen Fragen: was definiert die Qualität von Kunst?

P/p – B:
Ja.

AR:
Was ist neu oder was verändert sich da in einem Diskurs?

P/p – W:
[…] Es soll jeder selber entscheiden.

AR:
[Das] wurde natürlich schon lange diskutiert, aber gerade auch so ein Abrücken – mehr und mehr – von technischem know how, handwerklichem know how steht noch immer stark in Diskussion mit der Auffassung, Qualität ….

Publikumsstimme:
Ist nur subjektiv definierbar.

PRINZGAU/podgorschek 26

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

Publikumsstimme:
Und wodurch unterscheidet sich so ein Radtour[-Projekt] von der Gesellschaft, von einem normalen [… Projekt]?

P/p – B:
Es ist ja eine Teamarbeit.

P/p – W:
Nein, nein, ich hoffe, dass man das schon sieht.

AR:
Das ist eine wichtige Frage.

P/p – B:
Natürlich bemüht man sich in jeder Arbeit – ist egal, welche -, eine bestimmte Qualität zu machen.

P/p – W:
Wenn die Bundesbahn das gemacht hätte ….

P/p – B:
Dann wäre es Werbewirtschaft.

P/p – W:
Oder Post oder so ….

Publikumsstimme:
[…]. Was ist der Unterschied – nicht nur äußerlich, auf jeden Fall, klar sehe ich das, aber gibt es andere Merkmale [der Unterscheidung zwischen ‚normal’ und ‚besonders’]? Ist das nur das Äußerliche, beschränkt es sich darauf?

P/p – B:
Es ist nur ein Weg von einem Kunstwerk zum nächsten.

P/p – W:
Aber ein fiktive Geschichte, romanartig, eine Erzählung ist es eigentlich.

P/p – B:
Die normalen Radtouren grenzen eben immer die Tour ab: [… das muss man sehen, das ist, was] man sehen kann, oder [ähnliches]. Und da geht es wirklich um diese Kunstwerke […].

P/p – W:
Eigentlich neutral wie Tageslicht.

PRINZGAU/podgorschek 25

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

Publikumsstimme:
[… Bzgl. des Radfolders,] Sehen Sie[, PRINZGAU/podgorschek, …] sich da als Vorreiter oder sehen sie das als Innovation, dass sie das gemacht haben?

P/p – B:
Nein, nein, also [als] das sehen wir uns nicht.

Publikumsstimme:
Das war jetzt einfach so ein Projekt, das sie […] gemacht haben?

P/p – B:
Ja. Es gibt sicher viele Menschen, die so einen Radfolder [entwickeln können]. [Da] würde ich jetzt nicht einen Originalitätszwang […] darauf legen.

P/p – W:
Aber [es ist] eher so ein künstlerisches Dienstleistungsprojekt.

P/p – B:
Ja. […] Wobei ich von diesem ganzen Genietum und Originalitäts[denken] weit entfernt bin. […]

P/p – W:
Ja.

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