
AR:
[…] Was ist an der Produktion Kunst, am Leben als Kunstschaffende/r so anders als in anderen Berufen, wenn es doch so viele Dinge gibt, die man in einem aktuellen Gesellschaftsbezug doch nicht mehr anders wertet?
P/p – B:
[Wie war das, einfach gesprochen]?
AR:
Warum macht man Kunst, selbst wenn man nichts verdient?
P/p – W:
Ich sag[e] manchmal, dass Kunst Ablenkung von der Verkenntnis ist. Machen wir es einfach.
Friedrich Ernst Rakuschan im Publikum:
Ja, so einfach lassen wir das nicht. Kunst ist wichtig.
P/p – W:
Ja, aber trotzdem Ablenkung ist auch wieder etwas Unterhaltsames, eine Abbildung. Aber von der Verkenntnis, nicht von der Erkenntnis.
Friedrich Ernst Rakuschan im Publikum:
Künstlerische Logiken führen auch zu Erkenntnis […].
P/p – B:
Jede Logik führt zu irgendeiner Erkenntnis. Ich sehe das alles nicht so eng. Ich sehe das ja generell nicht so eng. Ich sehe mich jetzt nicht als Kunst…. Mir geht es genauso: jeder irgendwie frei arbeitende muss eben schauen, wie er sich selbst das macht, was ihn interessiert. Es gibt hunderttausende Leute – Fischer, die ewig an irgendwelchen Spindeln bauen -, […] ich würde nicht sagen, dass ich mich wesentlich von solchen Leuten unterscheide.
P/p – W:
Aber Du redest für Dich? Darf ich das so sagen?
P/p – B:
Bitte rede für Dich, dafür sind wir zwei.
P/p – W:
Sie meint ja, sie ist keine KünstlerIn. Sie möchte gerne Künstlerin sein, aber […].
Friedrich Ernst Rakuschan im Publikum:
Das gehört ja zur Kunst dazu, dass man sagt, man ist kein/e KünstlerIn.