Archive for the 'PRINZGAU/podgorschek' Category

PRINZGAU/podgorschek 33

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

Publikumsstimme:
Aber da ist meiner Meinung nach in allen Berufen das Problem: ich sehe es ja im Freundeskreis, egal ob MedizinerIn oder – ich weiß eigentlich nicht was ich will -, aber ich sehe es in jedem Job eigentlich: man macht nie das, was man will, und man quält sich da durch und ist irgendwie gefangen.

P/p – W:
Aber wir machen ja das, was wir wollen.

RD:
Und leiden trotzdem.

PRINZGAU/podgorschek 32

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

AR:
[…] Was ist an der Produktion Kunst, am Leben als Kunstschaffende/r so anders als in anderen Berufen, wenn es doch so viele Dinge gibt, die man in einem aktuellen Gesellschaftsbezug doch nicht mehr anders wertet?

P/p – B:
[Wie war das, einfach gesprochen]?

AR:
Warum macht man Kunst, selbst wenn man nichts verdient?

P/p – W:
Ich sag[e] manchmal, dass Kunst Ablenkung von der Verkenntnis ist. Machen wir es einfach.

Friedrich Ernst Rakuschan im Publikum:
Ja, so einfach lassen wir das nicht. Kunst ist wichtig.

P/p – W:
Ja, aber trotzdem Ablenkung ist auch wieder etwas Unterhaltsames, eine Abbildung. Aber von der Verkenntnis, nicht von der Erkenntnis.

Friedrich Ernst Rakuschan im Publikum:
Künstlerische Logiken führen auch zu Erkenntnis […].

P/p – B:
Jede Logik führt zu irgendeiner Erkenntnis. Ich sehe das alles nicht so eng. Ich sehe das ja generell nicht so eng. Ich sehe mich jetzt nicht als Kunst…. Mir geht es genauso: jeder irgendwie frei arbeitende muss eben schauen, wie er sich selbst das macht, was ihn interessiert. Es gibt hunderttausende Leute – Fischer, die ewig an irgendwelchen Spindeln bauen -, […] ich würde nicht sagen, dass ich mich wesentlich von solchen Leuten unterscheide.

P/p – W:
Aber Du redest für Dich? Darf ich das so sagen?

P/p – B:
Bitte rede für Dich, dafür sind wir zwei.

P/p – W:
Sie meint ja, sie ist keine KünstlerIn. Sie möchte gerne Künstlerin sein, aber […].

Friedrich Ernst Rakuschan im Publikum:
Das gehört ja zur Kunst dazu, dass man sagt, man ist kein/e KünstlerIn.

PRINZGAU/podgorschek 32

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

P/p – W:
Kuratorenkultur.

MR:
Ist relativ jung.

P/p – W:
Ist eine jüngere Entwicklung, und eine mächtige Entwicklung geworden.

MR:
Ja.

P/p – W:
Ein großer Teil von diesem ganzen Konstrukt,

P/p – B:
die auch sehr viel einschachtelt und ordnet […].

PRINZGAU/podgorschek 32

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

P/p – B:
Wobei das natürlich in der Kunst …. [… Christo] finanziert ja seine Geschichten eben wieder mit Zeichnungen und Fotos, und […] ich glaube, diese haptische Suche ….

Ricarda Denzer 15

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
[…] Die Frage ist [… eben]: wie kann das anders ausschauen?

P/p – W:
Kleine Vernetzungen, Netzwerke.

AR:
Kleinere, ja richtig.

Ricarda Denzer 14

Ricarda Denzer, artist, A

RD:
Interessant ist die Frage, die vorher schon im Raum stand: warum gibt es keine Zusammenschlüsse? Warum gibt es keine Associations […]?

P/p – W:
Wie die Kammern, Ärztekammer, Künstlerkammer ….

RD:
Ich frage mich auch in dem Sinn: Gibt es jetzt Zweckgemeinschaften oder gibt es …? Und wo widerspricht sich das eigentlich: […] einerseits dieser Individualisierungsdrang und dieses eben nicht Künstler sein von 9 t0 5, sondern man ist das immer, und sich eben nicht regeln zu lassen und anderseits auch nicht Arbeit im Sinne von – also schon im Sinne von Denken, Sprechen, Handeln, aber nicht im Sinne von – Arbeitszwang zu brauchen, um überhaupt arbeiten zu können. Und andererseits […] auch: wie kommt man weg von einer isolierten Einzelzelle? Weil Raum teuer ist und weil da alle [so] in ihrem [einsamen] Arbeitsding landen und jede/r irgendwie die gleichen Probleme hat. Wo finden Zusammenschlüsse statt […]?

Publikumsstimme:
IG Bildende Kunst.

RD:
IG Bildende Kunst, ja, ich weiß, aber ….

Publikumsstimme:
Wo sind die Lobbyisten in Brüssel? Die muss man sich leisten können.

RD:
Wahrscheinlich, ja.

PRINZGAU/podgorschek 31

PRINZGAU/podgorschek, fine artists, A

P/p – B:
Ich glaube, dass wir uns insgesamt viel mehr wehren sollten gegen all das, was da auf uns eintrifft. Wir sollten viel mehr zusammen Strukturen schaffen, wo wir nicht mitspielen. Wirklich, es ist unglaublich, wie die Ressourcen da verloren gehen. Wenn wir uns mehr auf Personen beziehen würden und nicht mehr auf Technik – […] ich würde einen Riesenbrocken Technik abschaffen – und wo wir als Menschen wieder untereinander agieren und sagen: ok, es ist möglich, dass Microsoft 100.000 neue Bits herausgebracht hat, aber wir pfeifen darauf, wir haben schon genug.

RD:
Ja. Ja.

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