Myriam Thyes 08
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AR:
Produziert Kunst gesellschaftlichen Mehrwert?
MT:
Ja.
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AR:
Produziert Kunst gesellschaftlichen Mehrwert?
MT:
Ja.
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AR:
Denkst Du, dass Kunst immer schon gesellschaftliche Vorreiterin gewesen ist?
BN:
Das bezweifle ich - oft war Kunst auch Macht-Propaganda und Erfüllungsgehilfin. Kunst / Künste gehörten über Jahrtausende ganz natürlich zu allem, was Menschen teilten: Feste, Religion / Kult, Politik, Kleidung / gesellschaftlichen Status zeigen, Tanz, Technik, Bildung, psychologische Beratungen - alles war von visuellen Künsten, Musik, Theater usw. begleitet und/oder durchdrungen. Dies gilt teilweise bis heute, aber Vieles findet heute von einander getrennt statt.
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AR:
Kommt Kunst von freiwilligem Produzieren?
MT:
Ohne Freiwilligkeit und Spaß kann nichts Gutes entstehen.
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AR:
Kommt Kunst z.B. von Müssen?
MT:
Sicher - denn nur durch künstlerisches Arbeiten kann ich etwas von der Welt, die mich sonst überwältigen würde, begreifen und den Fakten etwas entgegensetzen, etwas Eigenes einbringen. Für andere Menschen haben Politik, Wissenschaften, soziales Engagement usw. sicher ähnliche Funktionen; soziales Engagement gehört auch für mich dazu.
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AR:
Wonach würdest Du die Chancen und Notwendigkeiten von Kunst in einer Gesellschaft definieren?
MT:
Der Begriff “Kunst” und seine Bedeutungen sind so vielseitig, schillernd und zeitlich/geografisch/kulturell unterschiedlich, dass man schlecht so allgemein über “Kunst” sprechen kann.
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AR:
Was ist Dir an Deiner Kunstproduktion wichtig? Wonach strebst Du?
MT:
Eine aufwändige Frage … es geht mir um Kreation und Kommunikation auf mehreren Ebenen: inhaltliche und formale Analysen, die Intellekt und Wissen ansprechen (z.Bsp. bezüglich überlieferter und moderner Macht- und Glaubenssymbole); ästhetische Umwandlung von und Spiel mit vorgefundenen Bildern und Symbolen, ihre Neu-Kombination und Mischung mit meinen eigenen Bildfindungen; visuelle Repräsentationen gesellschaftlicher Themen de-konstruieren, festgefahrene Bedeutungen auflösen; neue Vorschläge einbringen, sowohl visuell als auch intellektuell, doch eher als Anregung der Fantasie der Betrachter/innen, denn als meine persönlichen Meinungen/Antworten.
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AR:
In welchem Kunstgenre/-feld bist Du tätig?
MT:
Videokunst, Computer-Animation, digitale Bilder.