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	<title>Art Following the Trend? Artists' Voices. &#187; marie ringler</title>
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		<title>Marie Ringler 08</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 15:12:05 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[marie ringler]]></category>

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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_53_mr.mov
[AR:
Abschließend, welche Argumente könnten hinsichtlich einer Verbesserung der Situation von Kunst- und Kulturschaffenden zusammenfassend genannt werden?]
MR:
Eine zentral wichtige Diskussion, die wir führen müssen, ist die Frage rundum die soziale Absicherung von Kulturschaffenden. Das, was es derzeit gibt an sozialer Absicherung im Zusammenhang mit der Künstlersozialversicherung, ist das nicht oder jedenfalls nicht ausreichend.
Da gibt es, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_4.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_53_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_53_mr.mov</a></p>
<p>[AR:<br />
Abschließend, welche Argumente könnten hinsichtlich einer Verbesserung der Situation von Kunst- und Kulturschaffenden zusammenfassend genannt werden?]</p>
<p>MR:<br />
Eine zentral wichtige Diskussion, die wir führen müssen, ist die Frage rundum die soziale Absicherung von Kulturschaffenden. Das, was es derzeit gibt an sozialer Absicherung im Zusammenhang mit der Künstlersozialversicherung, ist das nicht oder jedenfalls nicht ausreichend.</p>
<p>Da gibt es, wie gesagt, diese Idee der Grundsicherung. Es gibt sicher andere Modelle, dies zu erreichen. Ich halt[e] das für ein ganz gutes Modell und auch eine sehr, sozusagen durchaus brauchbare Herangehensweise. Darüber hinaus ist aber völlig klar, dass das nicht der einzige Weg und das einzige Mittel sein kann, das ist ganz klar.</p>
<p>Ich glaub[e] auch, dass es gerad[e] im Bereich des Nachwuchses und der Durchlässigkeit zusätzliche Möglichkeiten braucht. Drei Viertel des Wiener Kulturbudgets werden von ganz wenigen Institutionen aufgefressen. Bei den Vereinigten Bühnen darf ein Musical vier Millionen Defizit machen. Das ist das Jahresbudget der Kunsthalle Wien, das auch nicht gering ist. Also, da gibt es einfach ganz massive Ungleichmäßigkeiten in den Förderungen und Finanzierungen, die, glaube ich, zu hinterfragen sind. Und das ist auch ganz wichtig, weil das nämlich bedeuten würde, dass es mehr Geld gäbe für andere, die mit den vier Millionen vielleicht Besseres zu tun wüssten als &#8220;Barbarella&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 07</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 15:09:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kanonmedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[marie ringler]]></category>

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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_51_mr.mov
Schlussendlich geht es darum, wie wichtig ist es sozusagen unternehmerisch, [...] tatsächliches finanzielles Kapital [zu] erwirtschaften über meine eigene Existenzsicherung hinaus, wenn man so will. Das ist die Form der Gewinnorientiertheit, die ich meinte. Oder geht es da um anders gelagerte Interessen und Motivationen, wo nebenbei reich werden wollen durchaus möglich ist.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_3.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_51_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_51_mr.mov</a></p>
<p>Schlussendlich geht es darum, wie wichtig ist es sozusagen unternehmerisch, [...] tatsächliches finanzielles Kapital [zu] erwirtschaften über meine eigene Existenzsicherung hinaus, wenn man so will. Das ist die Form der Gewinnorientiertheit, die ich meinte. Oder geht es da um anders gelagerte Interessen und Motivationen, wo nebenbei reich werden wollen durchaus möglich ist.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 06</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 11:41:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_41_ar_mr.mov
AR:
[Das] geht ja leider Gottes auch damit einher, dass sozusagen eine Form von Handschlagqualität [in Wien, Anm. Ar.] verloren gegangen ist oder immer mehr verloren geht. Also, es gab da früher so eine Art von unausgesprochenem Ehrenkodex: wer es einmal als Theaterdirektor mit mittlerem Haus und Förderung bis 55 geschafft hat, den heben wir bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_2.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_41_ar_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_41_ar_mr.mov</a></p>
<p>AR:<br />
[Das] geht ja leider Gottes auch damit einher, dass sozusagen eine Form von Handschlagqualität [in Wien, Anm. Ar.] verloren gegangen ist oder immer mehr verloren geht. Also, es gab da früher so eine Art von unausgesprochenem Ehrenkodex: wer es einmal als Theaterdirektor mit mittlerem Haus und Förderung bis 55 geschafft hat, den heben wir bis zur Pension durch. Das geht mehr und mehr verloren im Unterschied aber dazu, dass verstärkt auf kürzere Förderung umgestellt wird. Erst seit kurzem hat man sich wieder bereit erklärt, auf zwei-bis-drei Jahresförderungen umzustellen …</p>
<p>MR:<br />
Das stimmt so nicht.</p>
<p>AR:<br />
Oder gar nicht mehr?</p>
<p>MR:<br />
Das würde ich nicht so sehen. Dieser Ehrenkodex, der ist in den letzten Jahren entstanden, weil so lange gibt [e]s dieses System überhaupt noch nicht. Und man muss sich schon die Frage stellen, die eine schwierige Frage ist: ist es die Kunstförderung, die dafür zuständig ist sich zu überlegen, was bedeutet das, wenn jemand mit 55 aus künstlerischen Kriterien heraus keine Förderung mehr bekommt? </p>
<p>Oder ist es eine Frage die vielmehr woanders zu lösen ist? […] Ich finde, dass das zwar  ehrenhaft ist, dass man sagt, man will Menschen nicht in die Armut schicken. Das ist wichtig und richtig und man muss ja auch Antworten darauf haben. Aber ob es die Kultursubventionen sind, die das tun müssen, das wag[e] ich jetzt einmal eher zu bezweifeln.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 05</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 11:40:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kanonmedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[marie ringler]]></category>

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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_40_mr.mov
Ich glaub[e], dass es ein ganz wichtiger Punkt ist, dass […] tatsächlich in den unterschiedlichen Sparten die Situation sich auch unterschiedlich darstellt. Und das ist auch ein tatsächlicher Faktor der in der Kulturpolitik[, der] sehr spürbar ist. Also wenn es jetzt z.B. konkret um das Thema darstellende Kunst geht: innerhalb dieser Theaterreform, die in den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_1.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_40_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_40_mr.mov</a></p>
<p>Ich glaub[e], dass es ein ganz wichtiger Punkt ist, dass […] tatsächlich in den unterschiedlichen Sparten die Situation sich auch unterschiedlich darstellt. Und das ist auch ein tatsächlicher Faktor der in der Kulturpolitik[, der] sehr spürbar ist. Also wenn es jetzt z.B. konkret um das Thema darstellende Kunst geht: innerhalb dieser Theaterreform, die in den letzten Jahren in Wien versucht worden ist, gab [e]s ja immer auch sozusagen den Wunsch nach einem gewissen Generationenwechsel innerhalb der Leitungspositionen und auch innerhalb der Theater als solche. Und das stellt eine immanent soziale Frage, also: was bedeutet das, wenn man &#8211; was ich durchaus aus künstlerischen Kriterien [heraus] persönlich vertrete -, also wenn man sagt: eine künstlerische Intendanz soll nicht mehr als zehn Jahre dauern? Was bedeutet das dann für die Person des/der IntendantIn, die das war bis sie jetzt 45 ist und das dann nicht mehr ist? Also was bedeutet das? Das ist eine soziale Frage, und es ist eine, die uns &#8211;  glaub[e] ich &#8211; nicht kalt lassen kann. […] Auch wenn man sozusagen vielleicht auf einer künstlerischen Ebene anders bewertet, ist es eine relevante Fragestellung, die sich im Gesamtkontext von Kulturpolitik, glaube ich, ganz massiv stellt. Und das sind nicht nur die BalletttänzerInnen, bei denen es sehr offensichtlich wird, aber wo man sagen kann: mit Mitte 30 kann man noch etwas anderes anfangen. Was tut man, wenn man Mitte 50 ist und von diesem System betroffen wird? Das ist etwas, glaub[e] ich, das auch in den nächsten Jahren immer stärker ein Thema werden wird, weil natürlich da auch eine ganze Generation &#8211; auch in Wien &#8211; eines Aufbruchs vielleicht in den 80er Jahren jetzt zunehmend in diese Alterskategorie gerät. Also diese ganze [so genannte, Anm. AR.] freie Szene, die werden jetzt irgendwann einmal alle 50 und 60.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 04</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 11:29:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_31_mr.mov
[Es ist so, Anm. AR.] dass Cluster ja durchaus als top down-Initiative im Wirtschaftsbereich funktionieren können, also, es ist ja jetzt nicht ganz so, als ob das nicht funktionieren würde. Aber ich glaube, dass sie gerade in diesem spezifischen Bereich [des kreativen Schaffens, Anm. AR.] tendenziell eher zum Scheitern verurteilt sind. […] Also: das Bio [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_4.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_31_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_31_mr.mov</a></p>
<p>[Es ist so, Anm. AR.] dass Cluster ja durchaus als top down-Initiative im Wirtschaftsbereich funktionieren können, also, es ist ja jetzt nicht ganz so, als ob das nicht funktionieren würde. Aber ich glaube, dass sie gerade in diesem spezifischen Bereich [des kreativen Schaffens, Anm. AR.] tendenziell eher zum Scheitern verurteilt sind. […] Also: das Bio Center St. Marx, das quasi neben dem Media Center ist, wo top down Biotechnologie angesiedelt wurde, das funktioniert gut. Dort, wo es um diesen Bereich des &#8211; sagen wir [ein]mal &#8211; stärker im Kreativen angesiedelten Bereich geht, funktioniert es weniger gut. </p>
<p>Und das find[e] ich natürlich ganz spannend, weil die Frage: kann man, soll man, will man das als Politik befördern, dass Menschen sich vernetzen, von mir an sich positiv beantwortet wird. Also, ich halt[e] das für einen recht relevanten Ansatz zu sagen, auch in der Kulturpolitik ist es wünschenswert, dass Menschen Vernetzungen zustande bringen und dass man ihnen die Rahmenbedingungen schafft, dass sie das tun können. Die Frage ist, ob das immer in Form von Immobilien stattfinden muss und ob das der richtige Weg ist, ob es da nicht intelligentere Modelle gibt, intelligentere Herangehensweisen gibt.</p>
<p>Aber ich find[e] an sich jetzt nichts Schlechtes dabei, zu sagen … oder auch durchaus &#8211; im Forschungsbereich zeigt sich das ganz deutlich: Forschungsförderung ist dort erfolgreich und bringt dort international sozusagen anerkannte Institutionen hervor, wo diese gut vernetzt sind oder wo man Möglichkeiten schafft für Vernetzung und für Anschlussstellen, für Schnittstellen zu anderen. Also: ich denke, das muss man ein bisschen differenzierter sehen.  </p>
<p>Aber so gesehen, glaub[e] ich, dass das, was ich so höre vom Media Quarter St. Marx, ist, dass es nicht so besonders gut funktioniert. Das liegt wahrscheinlich ein bisschen an der Abgelegenheit und vermutlich auch ein bisschen an sonstigen Bedingungen so rundherum.</p>
<p>Aber anders gesagt: der siebte Bezirk [in Wien, Anm. AR.] ist, wenn man so will, auch so ein &#8211; in der Form &#8211; selbst entstandener […] Cluster, wo viel passiert […]. Und der wirklich entscheidende Punkt ist: es hat viel mit Freiwilligkeit zu tun, also: Leute entscheiden sich, hier irgendein einen kleinen Tischlerladen aufzumachen oder […] Designtaschen [zu verkaufen] oder auch Galerien, die nicht in dieses kommerzielle Muster hineinpassen, im siebten Bezirk oder in diesen angrenzenden, quasi sozusagen umgrenzenden Vierteln anzusiedeln. […] Jetzt entsteht da [et]was im zweiten Bezirk, also: da entwickelt sich ja auch immer [et]was, und ich glaube, die Immobilienpreise sind da auch nicht ganz unrelevant. […] Es ist mittlerweile doch schon recht teuer geworden, im siebten Bezirk so ein kleines Ladenlokal aufzumachen, im zweiten ist es noch billig, also billiger, nicht billig, hoffentlich billiger.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 03</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 11:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kanonmedia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_15_mr.mov
AR:
Das ist eine alte Frage, nicht? Wer ist Künstler, wer ist Künstlerin …?
MR:
Auch das gibt [e]s, aber ich glaube …
PS:
Ich möchte nur kurz nachfragen: gibt [e]s eine Einschleifregelung da drin? D.h., wenn ich 900,&#8211; Euro jetzt als Grundsicherung bekomme, und ich verkauf[e] ein Bild, nur eins, krieg[e] ich dann mehr als 900,&#8211; Euro oder wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_3.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_15_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_15_mr.mov</a></p>
<p>AR:<br />
Das ist eine alte Frage, nicht? Wer ist Künstler, wer ist Künstlerin …?</p>
<p>MR:<br />
Auch das gibt [e]s, aber ich glaube …</p>
<p>PS:<br />
Ich möchte nur kurz nachfragen: gibt [e]s eine Einschleifregelung da drin? D.h., wenn ich 900,&#8211; Euro jetzt als Grundsicherung bekomme, und ich verkauf[e] ein Bild, nur eins, krieg[e] ich dann mehr als 900,&#8211; Euro oder wird mir das abgezogen von der Grundsicherung, komplett?</p>
<p>MR:<br />
Nein. Da geht [e]s natürlich um das Jahreseinkommen. Da schaut man sich an sozusagen: wenn der Franz West mehr als 900,&#8211; Euro im Monat verdient, dann wird er die Grundsicherung nicht bekommen. Nachdem er das tut, bekommt er sie nicht. Es gibt also […] recht präzise ausgearbeitet, wie man damit umgeht. Auch durchaus im Kontext jener bereits bestehenden Modelle, die es für alle möglichen Dinge gibt, nämlich von Kindergeld bis […]. Der österreichische Sozialstaat ist da ja recht ausgearbeitet und durchaus …, sagen wir mal, weiß um solcher Vorgangsweisen und kann sich der einfach bedienen.</p>
<p>PS:<br />
Also gibt [e]s eine Einschleifregelung.</p>
<p>MR:<br />
Ja, die gibt [e]s, so eine Regelung. Ja, die gibt [e]s. Also: wenn jemand im Jahr mehr als [monatlich, Anm. AR.] 900,&#8211; [Einkommen hat, Anm. AR.], also: wenn jemand bedeutend mehr über einer Einkommensgrenze ist, dann wird er diese Grundsicherung zum Teil zumindest nicht bekommen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 02</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 11:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kanonmedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[marie ringler]]></category>

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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_14_mr.mov
AR:
Kannst du dieses Grundsicherungsmodell ein bisschen näher erläutern? Es gibt ja verschiedene Modelle, bzw. ist das eines, das spezifisch auf KünstlerInnen ausgelegt ist oder wie trifft das grundsätzlich eine Bevölkerung?
MR:
[…] Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es Grundsicherung für alle Bevölkerungsgruppen geben sollte. Wenn das aber vordergründig in den nächsten beiden Jahren nicht verwirklichbar ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_2.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_14_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_14_mr.mov</a></p>
<p>AR:<br />
Kannst du dieses Grundsicherungsmodell ein bisschen näher erläutern? Es gibt ja verschiedene Modelle, bzw. ist das eines, das spezifisch auf KünstlerInnen ausgelegt ist oder wie trifft das grundsätzlich eine Bevölkerung?</p>
<p>MR:<br />
[…] Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es Grundsicherung für alle Bevölkerungsgruppen geben sollte. Wenn das aber vordergründig in den nächsten beiden Jahren nicht verwirklichbar ist, dann könnten wir ja einmal mit den Künstlerinnen und Künstlern beginnen &#8211; als einer &#8211; offensichtlich &#8211; Gruppe von Menschen, die in besonders prekären und schwierigen Verhältnissen leben und die aber mit ihrer Arbeit Wesentliches leisten.</p>
<p>Das Grundsicherungsmodell schaut in groben Zügen so aus, dass quasi eine Mindestgrenze definiert ist von &#8211; je nach Berechnungen &#8211; 8-900,&#8211; Euro, unter die &#8211; sozusagen &#8211; diese Person nicht fallen soll mit ihrem Einkommen. D.h., es gibt eine ganze Reihe von sozialen Transferleistungen, die ja zum Teil auch Künstlerinnen und Künstler bekommen, und die würden dann angerechnet werden. Und die Idee ist, dass man zumindest 900,&#8211; Euro bekommen sollte im Monat. Das ist wenig Geld, aber es ist soviel, dass man davon in irgendeiner Form überleben kann, dass man außerdem sozialversichert ist, pensionsversichert ist und diese zusätzlichen Absicherungen hat.</p>
<p>Das ist ganz grob gesprochen. Jetzt gibt [e]s natürlich ganz viele Fragen? wie grenzt man ab? Wer ist Künstler, Künstlerin? Wer ist wirklich anspruchsberechtigt? Wie kommt man dazu usw. und so fort, aber da gibt es ein ganz ausführliches Konzept, das ich aber jetzt nicht referieren werde.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Marie Ringler 01</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 11:11:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kanonmedia</dc:creator>
				<category><![CDATA[marie ringler]]></category>

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		<description><![CDATA[
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_13_mr.mov
AR:
Was sagt die Kulturpolitik dazu? Wie bringen wir diese ganzen arbeitslosen KünstlerInnen in einer Gesellschaft unter? Was sind da die zeitgenössischen Versuche, Überlegungen -gerade auch im Lichte der Creative Industries-Debatte vielleicht?
Marie Ringler:
[…] Ich würde sehr gerne zum Ausgangspunkt zurückgehen, nämlich zu dieser Frage der Einkommenssicherung, und da auch einen deutlichen Unterschied machen zwischen künstlerischer, nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://artistsvoices.blogs.sonance.net/files/2008/07/standbild_mr_1.jpg' alt='Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A' /></p>
<p><a href="http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_13_mr.mov">http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_13_mr.mov</a></p>
<p>AR:<br />
Was sagt die Kulturpolitik dazu? Wie bringen wir diese ganzen arbeitslosen KünstlerInnen in einer Gesellschaft unter? Was sind da die zeitgenössischen Versuche, Überlegungen -gerade auch im Lichte der Creative Industries-Debatte vielleicht?</p>
<p>Marie Ringler:<br />
[…] Ich würde sehr gerne zum Ausgangspunkt zurückgehen, nämlich zu dieser Frage der Einkommenssicherung, und da auch einen deutlichen Unterschied machen zwischen künstlerischer, nicht kommerzieller Arbeit und jener der Creative Industries. Ich glaube, dass man das auch nicht vermischen sollte in der Debatte, denn sonst wird sie sehr unscharf.</p>
<p>Dort, wo Creative Industries stattfinden, das ist jener Bereich, in dem Menschen in kreativen Bereichen, das kann alles Mögliche umfassen, mit einer Gewinnabsicht agieren und sich auch bis zu einem gewissen Grad unter Umständen als Unternehmer sehen, fühlen oder auch in diese Rolle gedrängt werden vom Staat. Das ist für mich […] Creative Industries, also dort, wo jemand, der unter Umständen Jus studiert hat und vielleicht auch auf der Angewandten studiert hat, in einem Feld arbeitet, in dem er oder sie &#8211; so von Dir[, Alexandra Reill, Anm. AR.] angesprochen &#8211; Dienstleistungen erbringt, also z.B. für den nächsten Veranstaltungsabend von Siemens tolle VJ-Elemente. Da sind die Creative Industries, da ist aus meiner Sicht ganz klassisch die Wirtschaftsförderung zuständig. Da gibt es Wirtschaftsförderungsmassnahmen, die sind mal besser und mal schlechter, sie sind mehr oder weniger gut angebracht und dem angemessen, was dort passiert. Davon gibt [e]s aber mittlerweilen in Österreich auch einiges, namentlich departure, die in diesem Bereich aktiv sind, die auch nicht alles abdecken können, die jedoch zumindest in diesem Bereich recht aktiv sind. Das ist quasi der eine Bereich.</p>
<p>Der, der mich eigentlich in dieser Diskussion und Debatte mehr interessiert, nämlich jetzt auch kulturpolitisch gesprochen, ist der Bereich der KünstlerInnen und Kulturschaffenden, die nicht kommerziell arbeiten, die keine Gewinnabsichten verfolgen und die daher in hohem Masse von Subventionen oder anderen Formen von Einkünften, Einnahmen abhängig sind, wie Sponsoren oder vielleicht auch Einnahmen, die sie lukrieren, in dem sie Eintritt verlangen, das ist ja durchaus auch denkbar. </p>
<p>Aber der entscheidende Unterschied ist hier die Gewinnabsicht, denk[e] ich, also Gewinnabsicht, wenn sie sozusagen über das Bild Verkaufen hinausgeht, wo natürlich jeder den höchsten Preis im Idealfall erzielen will.</p>
<p>Und dort, glaub[e] ich, dass die Zahlen, die Du[, Alexandra Reill, Anm. AR.] genannt hast, sehr zutreffend sind. Ich bin schon sehr gespannt, es ist ja auch eine sehr große Studie von Seiten des Unterrichts- und Kunstministeriums herausgegeben worden, wo die Ergebnisse eigentlich demnächst [vorliegen müssten …]</p>
<p>FM:<br />
Genau.</p>
<p>AR:<br />
Es wird gesagt, Ende Mai.</p>
<p>MR:<br />
Wo, denk[e] ich, auch wahrscheinlich &#8211; ich vermute &#8211; Dein Bild noch einmal in ähnlicher Form  […] gezeigt wird,</p>
<p>AR:<br />
Schauen wir einmal ….</p>
<p>MR:<br />
… nämlich, dass ein großer Teil der Leute, die in diesem Feld arbeiten schlicht davon nicht leben können oder wirklich am Existenzminimum oder sogar unter der Armutsgrenze davon leben. Und da stellt sich jetzt für mich die Frage: was ist uns als selbsternannter Kulturnation diese kreative Arbeit, diese künstlerische Leistung, das, was da entsteht, wert?</p>
<p>Und für mich ist da klar, dass aus meiner Sicht das einen sehr hohen Wert darstellt, weil damit Freiräume geschaffen werden, Freiräume für Arbeit abseits dieses kommerzialisierten Wirtschaftssystems, wie wir es kennen und wie es sozusagen gewisse Zwänge natürlich auch bedeutet, und diese Freiräume auch für die Gesellschaft einen großen Mehrwert – um jetzt wieder so einen komischen Terminus zu verwenden – erzeugen, und daraus leitet sich für mich eigentlich ab, dass ich es wichtig finden würde, gerade in diesem künstlerischen Bereich mit so etwas wie einer Grundsicherung den Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, genau das zu geben, was dieses Wort sagen will, nämlich eine Grundabsicherung.</p>
<p>Es gibt auch ein Modell dazu, das der Wolfgang Zinggl gemeinsam mit einigen Experten ausgearbeitet hat &#8211; also unser Kultursprecher im Nationalrat; das basiert auf diesem allgemeinen Grundsicherungsmodell &#8211; und das davon ausgeht das es einfach ein sinnvoller erster Schritt wäre, gerade Künstlerinnen und Künstlern, die eben nicht mit Gewinnabsicht arbeiten, die keine UnternehmerInnen sind, die nicht in den Creative Industries tätig sind. über so eine Grundabsicherung dann ein Minimum an menschenwürdigem Leben zu ermöglichen, um ihnen damit die Möglichkeit zu geben, genau diese Freiräume zu nutzen, genau diese künstlerische Arbeit zu machen, sich kreativ in der einen oder anderen Form zu betätigen, weiter zu entwickeln, zu recherchieren, zu arbeiten, das zu tun, was man so gemeinhin als künstlerische Arbeit im weitesten versteht. Das betrifft nicht nur die bildende Kunst, sondern alle Kunstsparten, also überall dort, wo jemand in diesem Feld arbeitet.</p>
<p>Das ist für mich eigentlich sicherlich eine zentral wichtige Herangehensweise. Das löst das Problem der 140 AbsolventInnen der Bildenden und der Angewandten nicht, von denen wahrscheinlich immer noch 139 trotzdem nicht die Weltstars werden werden, aber es ermöglicht vielleicht zumindest für eine gewisse Phase des Lebens, genau die Chancen zu nutzen und auch das eigene Potential einmal auszuprobieren, um dann möglicherweise auch festzustellen, dass es etwas anderes gibt und dass es etwas anderes werden muss, aber ich glaube, dass eine sehr wichtige Möglichkeit wäre.</p>
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