Marie Ringler 08

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_53_mr.mov
[AR:
Abschließend, welche Argumente könnten hinsichtlich einer Verbesserung der Situation von Kunst- und Kulturschaffenden zusammenfassend genannt werden?]
MR:
Eine zentral wichtige Diskussion, die wir führen müssen, ist die Frage rundum die soziale Absicherung von Kulturschaffenden. Das, was es derzeit gibt an sozialer Absicherung im Zusammenhang mit der Künstlersozialversicherung, ist das nicht oder jedenfalls nicht ausreichend.
Da gibt es, wie gesagt, diese Idee der Grundsicherung. Es gibt sicher andere Modelle, dies zu erreichen. Ich halt[e] das für ein ganz gutes Modell und auch eine sehr, sozusagen durchaus brauchbare Herangehensweise. Darüber hinaus ist aber völlig klar, dass das nicht der einzige Weg und das einzige Mittel sein kann, das ist ganz klar.
Ich glaub[e] auch, dass es gerad[e] im Bereich des Nachwuchses und der Durchlässigkeit zusätzliche Möglichkeiten braucht. Drei Viertel des Wiener Kulturbudgets werden von ganz wenigen Institutionen aufgefressen. Bei den Vereinigten Bühnen darf ein Musical vier Millionen Defizit machen. Das ist das Jahresbudget der Kunsthalle Wien, das auch nicht gering ist. Also, da gibt es einfach ganz massive Ungleichmäßigkeiten in den Förderungen und Finanzierungen, die, glaube ich, zu hinterfragen sind. Und das ist auch ganz wichtig, weil das nämlich bedeuten würde, dass es mehr Geld gäbe für andere, die mit den vier Millionen vielleicht Besseres zu tun wüssten als “Barbarella”.
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