Archive for the 'mandana alavi kia' Category

Mandana Alavi Kia 11

Mandana Alavi Kia, dancer/performer/singer/painter/ IR

AR:
Glaubst Du, dass es in Österreich in zehn Jahren eine Erhöhung, Verringerung oder ein Gleichbleiben des Gesamtbudgets der öffentlichen Hand für Kunst geben wird?

MAK:
[Eine] Verringerung.

AR:
Welche Auswirkungen kannst Du Dir aus dieser Situation vorstellen?

MAK:
Trostloses Dasein. Noch mehr Künstler, die ihre Arbeit nicht umsetzen können.

Mandana Alavi Kia 10

Mandana Alavi Kia

AR:
Glaubst Du, dass es in Österreich in zehn Jahren verstärkt Förderungen der Wirtschaft für Kunst geben wird?

MAK:
Nein, so wie es jetzt aussieht, nein.

AR:
Welche Auswirkungen kannst Du Dir aus dieser Situation vorstellen?

MAK:
Frustration, keine schöne Aussicht, weniger Freude auf allen Seiten - auch in der Gesellschaft, nur mehr das reine Funktionieren.
Banale Kunst, die vermarktbar ist, so, wie es sich jetzt schon abzeichnet.

Mandana Alavi Kia 09

Mandana Alavi Kia, dancer/performer/singer/painter, IR

AR:
Musst Du neben Deiner Kunstproduktion dazuverdienen?

MAK:
Ja, auf alle Fälle, da ich zwei Töchter habe und sie allein erhalte.

AR:
Welche beruflichen Tätigkeit/en übst Du neben Deiner Kunstproduktion aus?

MAK:
Je nach dem: Callcenter, Ordinationshilfe, unterrichte in Schulen oder privat, gebe Seminare.

AR:
Welchen dieser Jobs definierst Du als Deinen Hauptberuf oder definierst Du Deine künstlerische Produktion als Hauptberuf?

MAK:
Auf alle Fälle die künstlerische Arbeit.

Mandana Alavi Kia 08

Mandana Alavi Kia, dancer/performer/singer/painter, IR

AR:
Was würdest Du sagen, ist/sind Deine Funktion/en als KünstlerIn in der Gesellschaft, in der Du lebst?

MAK:
Hier in Österreich nicht annähernd so, wie ich es mir wünschen würde. Zu engstirnig, konservativ, unflexibel, nicht risikofreudig, innovativ genug.
Das Aufwecken, das Aufmerksam machen, das Spüren, Hören, Fühlen auf einer sehr konkreten Ebene, nicht allzu abstrakt, sondern real.
Das Berühren innerer Werte, die vielleicht verborgen sind, aber durchaus lebendig. Das Aufwecken!

Mandana Alavi Kia 07

Mandana Alavi Kia, dancer/performer/singer/painter, IR

AR:
Welche Rolle schreibst Du Dir als Künstlerin selbst zu? Was siehst Du als Deine Aufgabe/n an?

MAK:
Ich habe immer schon gewusst, dass ich auf der Bühne viel zu geben habe und sei es, einen kurzen Blick in eine fremde Welt, Vergessenes, oder einfach nur ein kurzes Eintauchen in die Entspannung.
Inhaltlich gibt es so viel zu vermitteln: andere Sichtweisen, Perspektiven, Wahrheiten, Zeiten, eine Flexibilität des Seins, zumindest für einen kurzen Augenblick.

Mandana Alavi Kia 06

Mandana Alavi Kia

AR:
Welche Rolle hat Deiner Meinung nach ein/e zeitgenössische KünstlerIn in der Gesellschaft, in der Du lebst?

MAK:
Aufarbeitung all dessen, was sie oder er als wichtig empfindet, mit dem Risiko, nicht verstanden oder respektiert zu werden.
Die Kunst kann so viele Formen annehmen: Darstellung, Malerei, Musik, Tanz, von mir aus auch unterhalten, aber doch im Sinne von trotzdem etwas zu vermitteln und vor allem zu geben. Nicht eine reine Vervollkommnung von Technik und Selbstdarstellung, eine Mischung eben. Schwer, dies alles zu umfassen, was ich mir erwarte. Überraschungen, vielleicht sogar auch Lösungsvorschläge für zukünftige Gesellschaftsformen, auch wenn es nicht realistisch ist, als Inspiration.

Mandana Alavi Kia 05

Mandana Alavi Kia, dancer/performer/singer/painter, IR

AR:
Insofern Du Berufung als wichtigen Faktor für die Kunstproduktion ansiehst, kannst Du näher beschreiben, was Du damit meinst:

MAK:
Berufung bedeutet für mich, die klare innere Vorgabe, etwas geben zu müssen, [zu] können und auch [zu] wollen.

… [Die eigene] Welt mit der Gesellschaft zu teilen, darzustellen, [zu] konfrontieren … eine Form des Austauschs, auch wenn es nicht immer angenehm oder bereichernd ist, im Sinne von beglückend oder verständlich. Vieles bleibt im Verborgenen oder leider auch nicht aufzuzeigen.

Beruf: Es ist harte Arbeit, seine Kunst zu leben, umzusetzen. Arbeit an sich, an der Technik, auch an den gesellschaftlichen Kontakten zum Teil, was nicht immer angenehm oder auch einfach für die jeweiligen Künstler ist, da nicht jeder/jede sich gerne in Gesellschaft begibt, sondern lieber im Stillen werkt.

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