Archive for the 'herbert wulz' Category

Herbert Wulz 04

Herbert Wulz

http://www.datonet.at/kanonmedia/wulz_subclip5.mov

[AR:
.. Wenn Du[, Heidulf Gerngross] sagst, … wir bewegen uns heute … in einer Zeit der Selbstverständlichkeit, dann erinnert mich das auch ganz stark an Netzwerkgedanken: … dass du nicht mehr … von einem Standpunkt ausgehst, von einer Position ausgehst, von einer Wahrheit, von dem, was da als richtig zu gelten hat, ausgehst, sondern, dass es auch schon viel selbstverständlicher geworden ist zu sagen: es gibt immer gleichzeitig sehr viele Informationen, und es gibt ein Netzwerk an Informationen, und darin bewegt man sich …. - wo auch einerseits eine Subjektivität wieder verstärkt worden ist, aber auch - mitunter auch problematisch behaftet - so eine Egalität der Egalitäten, eine Egalität der Werte, wo es einfach in einem Bewusstsein nicht mehr so vorkommt oder gar nicht mehr vorkommt zu sagen: es ist richtig SO. Und das ist ja für die künstlerische Position durchaus auch etwas ganz Wichtiges ….]

HW:
Heute ist das eine Notwendigkeit mitunter. … Wenn man Kunst als Prozess sieht im 21. Jahrhundert - mit all der Problematik -, dann muss man Dinge auch offenlassen - können. … Und das haben wir entdeckt in der Moderne und in der Postmoderne: dass die Welt nicht fertig ist. … Das ist eine neue Position, die man eigentlich mit Freude auch leben kann.

Das Werk kommt uns auch etwas abhanden, weil das Werk zum Prozess wird. Ich sehe das eigentlich als grosse Errungenschaft unserer Zeit.

Herbert Wulz 03

Herbert Wulz

http://www.datonet.at/kanonmedia/wulz_subclip4.mov

Dass man nicht in der ersten Sekunde alles sagen muss, das ist ein ganz wichtiger Aspekt, vor allem [auch], weil wir beide[, Heidulf Gerngross,] … mit digitalen Werkzeugen arbeiten. Das ist nämlich der Ausstieg aus dem Narrenschiff des Zeitgeistes …. Da müssen wir uns auch bemühen, dass wir … die neuen Kulturtechniken, die es gibt, auch dahingehend benützen und schärfen und … - nicht ein Statement “rüberbringen”, aber - die Wege zeigen, wie so [et]was auch funktionieren kann. Das muss man ja entdecken. Wir sind ja ausgeliefert dieser Update-Lawine - und was es hier für Bezeichungen dafür gibt. Also: man muss aus diesem Narrenschiff aussteigen, und ich glaube, der Königsweg ist die Kunst, denn sonst kommen wir da nicht [he]raus. … Da muss man denken, da muss man fühlen, da muss man wieder fühlen, da muss man versuchen, den Baum wiederzufinden, den wir vor lauter Wald nicht sehen.

Herbert Wulz 02

Herbert Wulz

http://www.datonet.at/kanonmedia/wulz_subclip3.mov

Mitten in der Informatik die Kunst zu finden ist sehr schwer. … In unserer Zeit sprechen wir von Multimedia und gehen damit eigentlich von [der Funktionalität einer Sprache aus]. Für mich ist es so, nachdem ich sehr viel Erfahrung mit Sprachen, mit Computersprachen habe und nicht nur die Struktur der sprache mir wichtig ist. Als Informatiker verstehe ich auch die Funktion der Sprache, also die Funktionaliät einer Sprache.

… In der jetzigen Arbeit beschäftige ich mich damit, dass ich versuche, so etwas wie Meta Media zu entwickeln. Wir sprechen immer von Mulitmedia und meinen damit nichts anderes als eine digitale Präsentation von Inhalten. Eigentlich ist Multimedia aber von der Definition her eine völlig anderer Umgang mit Information. Meta Media meint: … wir schreiben Texte, um sie dann zu drucken; wir malen Bilder um sie an die Wand zu hangen oder sie wie auch immer zu vervielfältigen; mit Meta Media - und da geht es auch einmal um das S/T/A/R-Projekt, das wir mit dem Heidulf [Gerngross] zusammen seit vielen Jahren betreiben - da geht es mir um eine Botschaft, die … formuliert [wird], um verfügbar zu sein, um sie dann zu drucken, wie auch immer zu postionieren, und da sehe ich meine Arbeit und diese Art von Verdichtung, wo man dann einmal sagen kann: es ist nicht alltäglich.

Herbert Wulz 01

Herbert Wulz

http://www.datonet.at/kanonmedia/wulz_subclip2.mov

[AR:]
[Kurt Hofstetter,] wenn Du von Informationsvermittlung sprichst, frage ich mich: Wenn man z. B. Kunst im öffentlichen Raum installiert oder inszeniert - deswegen auch die Frage nach der Intervention -, wie greift dieser Kunstprozess wie auch diese Manifestation, diese materielle Manifestation, ein in den Informationsfluss? Verwandelt die da etwas?

Das, glaub[e] ich, sind Segmente über die Du[, Heidulf Gerngross, auch] stark nachdenkst. Wenn ich sozusagen Information rezipiere, damit arbeite, - was Du z. B. auch sehr gerne tust - Du greifst ja die Umwelt an und hin und [sagst:] “Mach mit!” und: “Stellen wir das so zusammen und jenes so!”, also: Du arbeitest ja ganz viel auch mit Alltagskomponenten - ein Ansatz, den ich [auch] sehr schätze - und dann durch das Handwerk durch die künstlerischen Ansätze eine Transformation stattfindet, die sozusagen eine Materie in eine andere oder eine Information in eine andere verwandelt, greift das in die Welt oder in das Leben ein?

HW:
Der Experte dafür ist, glaube ich, der Heidulf [Gerngross], weil: … Heidulf hat in seiner Arbeit immer das Problem, er muss [es] vom … sagen wir einmal - vom Geisteswissenschaftlichen - … oder von der Idee her bis zur Physik … durchziehen.

Das ist in der Informatik natürlich um Vieles leichter, so eine Struktur funktioniert oder funktioniert nicht.

Die Frage war auch ein bisschen so: Wie berührt uns das, was macht das mit unserer Wirklichkeit?