Archive for the 'heidulf gerngross' Category

Heidulf Gerngross 03

Heidulf Gerngross, architect, A

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Im Jahr 62 hab ich mit dem Uli, meinem Freund, der eben schon in Kambodscha [gewesen] war, eine Weltreise begonnen und bin dann über [die] Türkei, Afghanistan, Indien, Nepal nach Hongkong, Japan, war dann ein halbes Jahr in Japan, [und] von Japan eben über USA, Mexiko, Island wieder zurück. … [So] habe [ich] diese einjährige Weltreise gemacht, die schon so eine Art Odyssee war und mir auch schon irgendwie die Welt in einer Linie - zumindest irgendwo - gezeigt hat. Ich hab[e mir] dann immer … gedacht, wenn ich die gleiche Strecke zurück[ge]fahr[en wäre], hätt[e] ich [vieles] wahrscheinlich gar nicht mehr erkannt, aber trotzdem hat man ein biss[chen] etwas mitbekommen, vor allem: man hat Menschen kennengelernt und gemerkt, dass es eben doch … nicht diese Feindbilder gibt. … [Als] wir klein waren, waren ja die Russen die Feinde, die Italiener die Katzlmacher, die Franzosen die Kriegsfeinde … und dann habe ich doch gemerkt, dass die Welt eine, wie soll man sagen, doch irgendwie eine fast brüderliche Gemeinschaft ist.

Heidulf Gerngross 02

Heidulf Gerngross, architect, A

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Mein Vater hat mich dann in eine Schule geschickt, in ein Gymnasium, in eine Versuchsschule, wo ich während des Gymnasiums auch gleichzeitig ein Handwerk lernen konnte. … Mit 18 Jahren war ich fertiger Tischlergeselle und hab[e] die Matura gehabt, und dann hat mein Vater zu mir gesagt: “Wer[d'] ‘was G’scheites.” Dann bin ich nach Wien gezogen und habe Architektur studiert.

Heidulf Gerngross 01

Heidulf Gerngross, architect, A

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Mit sechs Jahren sind vorerst einmal die Kosaken dahergekommen, die irgendwie von den Engländern über den Plöckenpass nach Kötschach getrieben worden sind und vollkommen verarmt und verhungert waren und geflüchtet sind vor den Russen. … Die Engländer haben die dann in Lienz den Russen übergeben, und da hat es zahlreiche Selbstmorde gegeben. … Gleich danach auf einmal waren die Engländer da, und der Krieg war aus. In Kötschach sind ein paar Bomben gefallen, und ich war als Sechsjähriger - oder Fünfjähriger - eigentlich nicht der Befreite, sondern der Besiegte, also: ich habe schon mit sechs Jahren sozusagen “eins auf den Schädel gekriegt”.

Herbert Wulz 01

Herbert Wulz

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[AR:]
[Kurt Hofstetter,] wenn Du von Informationsvermittlung sprichst, frage ich mich: Wenn man z. B. Kunst im öffentlichen Raum installiert oder inszeniert - deswegen auch die Frage nach der Intervention -, wie greift dieser Kunstprozess wie auch diese Manifestation, diese materielle Manifestation, ein in den Informationsfluss? Verwandelt die da etwas?

Das, glaub[e] ich, sind Segmente über die Du[, Heidulf Gerngross, auch] stark nachdenkst. Wenn ich sozusagen Information rezipiere, damit arbeite, - was Du z. B. auch sehr gerne tust - Du greifst ja die Umwelt an und hin und [sagst:] “Mach mit!” und: “Stellen wir das so zusammen und jenes so!”, also: Du arbeitest ja ganz viel auch mit Alltagskomponenten - ein Ansatz, den ich [auch] sehr schätze - und dann durch das Handwerk durch die künstlerischen Ansätze eine Transformation stattfindet, die sozusagen eine Materie in eine andere oder eine Information in eine andere verwandelt, greift das in die Welt oder in das Leben ein?

HW:
Der Experte dafür ist, glaube ich, der Heidulf [Gerngross], weil: … Heidulf hat in seiner Arbeit immer das Problem, er muss [es] vom … sagen wir einmal - vom Geisteswissenschaftlichen - … oder von der Idee her bis zur Physik … durchziehen.

Das ist in der Informatik natürlich um Vieles leichter, so eine Struktur funktioniert oder funktioniert nicht.

Die Frage war auch ein bisschen so: Wie berührt uns das, was macht das mit unserer Wirklichkeit?

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