Archive for the 'alexandra reill' Category

Alexandra Reill 38

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_26_ar.mov

Gewinnorientiertheit bedeutet etwas anderes als, steuertechnisch gesehen, Gewinn. Gewinn ist, wie Du[, Paul Stepan, An. AR.] richtig sagst: Einnahmen minus Ausgaben ergibt also Gewinn oder Verlust.

Beim Angestelltenverhältnis rechnet [es] sich insofern leichter als ja alle Sozialabgaben und Steuern […] abgeführt werden, bevor man sein Nettoeinkommen erhält. Und alles, was man dann ausgibt, gibt man dann sozusagen privat aus, also nicht mehr als Investition. Also ist dieses Einkommen einem freiberuflichen Gewinn gleichzusetzen – wird ja auch steuertechnisch so betrachtet, letztlich.

Alexandra Reill 37

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_23_ar.mov

Das ist, glaub[e] ich, ganz wichtig – dieser Faktor Kommunikation, der auch bei den Ergebnissen [der Studie Kunst im Trend? Artists’ Voices., Anm. AR.] – muss ich auch sagen – sicher von einem Viertel der KünstlerInnen angesprochen wurde, aber wo es durchaus nicht so hohe Prozentwerte aus dem österreichischen Raum gibt, also auch etwas wo man vielleicht nachfragen muss: sind wir da auch in einer Kunstauffassung oder in einer Auffassung der Identität von KünstlerInnen oder hinsichtlich eines Berufsbildes, sind wir da [in Österreich, Anm. AR.] auf dem zeitgenössischen Stand der Theorien? Also: da gibt es kleine Divergenzen in den Prozentsätzen [auf Ebene Österreich und auf internationaler Ebene, Anm. AR.].

Alexandra Reill 36

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_17_ar.mov

Ich würd[e] ganz gerne aber auf die Superstar-Idee noch einmal zurückkommen – unter der Annahme, dass einige Künstlerinnen und Künstler eine Grundsicherung durchaus begrüßen würden.

Und auch freut mich sehr zu hören diese Forderung nach Wertschätzung einem Mehrwert gegenüber, einer Forschung gegenüber, einer Recherche gegenüber, wo man vielleicht sagen kann, dass das nicht nur WissenschafterInnen sind,, sondern gerade auch Künstlerinnen und Künstler sind, die sich da engagieren. Das haben auch die Ergebnisse der Studie gezeigt: es interessieren sich nur rd. 10% der KünstlerInnen [prioritär, Ergänzung AR.] überhaupt dafür, wie viel Geld sie verdienen. Alle anderen Zielsetzungen sind inhaltliche, die sich so formulieren wie: Realität erweitern, noch nicht Gedachtes denken – also ganz stark inhaltliche Ausrichtung, ähnlich, wie Du[, Marie Ringler,] das jetzt auch beschrieben hast.

Insofern gehe ich also davon aus, dass eine Grundsicherung sicher sehr willkommen geheißen wird. Ich geh[e] aber nicht ganz davon aus, dass so der Wille, Superstar zu werden, sich dadurch erschöpft. […] Ich würd[e] schon auch davon ausgehen, dass es da starke Motivationen gibt. Wenn wir also Wie werde ich Millionär? anschauen oder mein heiß geliebtes Fernsehformat Dancing Stars – eines der großartigsten BBC-Formate, die ich jemals gesehen hab[e] – halt[e] ich für extrem zeitgenössisch -, so würd[e] ich ganz gern diesen Starkult-Gedanken noch einmal deswegen hinterfragen – nämlich auch anschließend an […] Michael Wimmer -: was ist da so unterschiedlich zwischen dem Künstler, der Künstlerin und anderen Menschen, die Superstars werden wollen?

Sind da Identitäten im Umbruch? Verändert sich da etwas in der Identitätssuche? Franziska [Maderthaner, Anm. AR.], ich glaub[e], Du hast da auch schon verstärkt darüber nachgedacht. Mit was für einem Phänomen haben wir da zeitgenössisch zu tun?

Alexandra Reill 35

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_16_ar.mov

Zum Teil gibt es so eine Form von Einschleifregelung ja bereits, auch wenn sie nicht unter dem Thema Grundsicherung läuft. Wenn man zum Beispiel AMS [ Arbeitsmarktservice Österreich, Anm. AR.]-versichert ist – nur weiß das fast niemand, also: es gibt da wenig Aufklärung für eine Bevölkerung -, kann man sehr wohl – vom Vorjahr war der Stand, glaub[e] ich – 1.760,– Euro pro Monat dazuverdienen, solange das keine Angestelltenverhältnisse sind, sondern Werkverträge, solange man allerdings pro Monat und dann 14 x im Jahr – so wird das Jahreseinkommen dann errechnet – nicht mehr als 309,– Euro Gewinn macht. Also: das wäre so eine Einschleifregelung. Das gibt schon einen gewissen Spielraum, wo man sozusagen […] über das AMS abgesichert [ist], wenn auch nicht grundabgesichert. Solche Regelungen gibt [e]s. […] Ich kann mir vorstellen, dass das in solchen Modellen[, wie von Marie Ringler beschrieben, Anm. AR.] dann ähnlich funktionieren könnte.

Alexandra Reill 34

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_11_ar.mov

Ich kann mich erinnern: ich habe früher oft kreativen Produktionen zugearbeitet, d.h. sehr wohl in einer DienstleisterInnen-Funktion – ob das jetzt z.B. das Kostümbild war, das einer Regie zugearbeitet hat, oder eine Produktionsleitung für eine Theaterproduktion – letztlich alles operative, dienstleistende Funktionen. So lange ich das getan hab[e], hab[e] ich mir 300.000 Mal leichter getan, einen Job zu finden als nach dem Zeitpunkt, wo ich beschlossen hab[e]: ich widme mich eigenen Konzeptionen. Von da an gab [e]s diesen gesamten Arbeitsmarkt nicht mehr.

Alexandra Reill 33

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_6_ar.mov

Ist es nicht überhaupt so in dieser Studie, also in der Konvention zur kulturellen Vielfalt, [dass] mit diesem Terminus kulturelle Vielfalt eigentlich eindirekt ethnische Vielfalt, also ein Spektrum verschiedener Bevölkerungsgruppen – sei das ethnisch gesehen, sei das Zugang zu Möglichkeiten durch sozial Schwächere, sozial stärkere Gruppen – [gemeint ist?] Ist es nicht vielmehr so, dass dieser Terminus ganz stark darauf abzielt […]?

Und auch sozusagen transnationaler Austausch: es wird ja auch in der Economy of Culture, 2005, also der letzten großen Studie im Kontext Creative Industries ganz deutlich hervorgehoben die Wichtigkeit des Austausches und der Einbindung von AnwärterInnenstaaten und Drittpartner[Innen]staaten, eigentlich um die eigene – wörtlich festgehalten -, um die die eigene Statistik zu stärken und also da auch regelmäßigen, stärkenden Austausch anzubieten.

Und mir kommt auch in der Konvention zur kulturellen Vielfalt viel mehr dieser Schwerpunkt vor Augen als jener zwischen – sag[e] ich jetzt einmal – experimenteller künstlerischer Produktion und Hochkultur zum Beispiel. Oder siehst du[, Paul Stepan, Anm. AR.] das nicht so?

Alexandra Reill 32

Alexandra Reill, media artist/film maker, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_1_ar.mov

Jetzt wollt[e] ich ganz gern einmal nachfragen bei unseren ReferentInnen: wie kann man damit umgehen? Welche kulturpolitischen [… Schlussfolgerungen] müsste man eigentlich ziehen aus so einem großen Anspruch, also ganz allgemein gesprochen, großen Anspruch – ich möchte Kunst machen, ich bin Künstlerin und trotzdem funktioniert es ganz offensichtlich wirtschaftlich nicht -? Welche Einkommensmodelle gilt es da anzudenken, die im Rahmen eines Kunstmarktes oder jenseits eines Kunstmarktes, also vielleicht [ … als andere] Einkommensmodelle, immer relevanter werden?

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