Archive for the 'alexandra reill' Category

Walter Stach 19

Walter Stach, artist/art mediator, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/stach_subclip19.mov

AR:
Und wenn wir den Markt so ansehen, glaubst du[, Walter Stach], dass der noch adäquat organisiert is[t] im Vergleich zu dem, dass es zum Beispiel breiteren Zugang zu Produktionsmitteln gibt, dass es durch Wohlstand auch immer mehr die Möglichkeit für eine breitere Anzahl von Personen gibt, sich kreativ zu äußern und auch äußern zu wollen, das heißt auch die Chance sozusagen auf eine Künstler-, Künstlerinnenkarriere ist zum einen sicherlich, so meine ich, gestiegen – ob man es dann durchhält ein Leben lang, ist noch einmal eine andere Frage –, aber gibt es da also …, ich denk[e] oft darüber nach, ob der Markt de facto noch so organisiert ist, wie es ProduzentInnen gebrauchen können?

Walter Stach 14

Walter Stach, artist/art mediator, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/stach_subclip14.mov

WS:
Auf mich bezogen: Ich glaub[e], meine stärksten Sachen hab[e] ich in irgendwelchen tiefen Verzweiflungen zuwege gebracht, ja, über Liebesverlust oder solche Schmerzhaftigkeiten, die ich möglicherweise damit irgendwie versucht habe, wieder loszuwerden. Anderes aber auch sind pure Einfälle, Assoziationen, die nicht unbedingt jetzt aus einem Leiden heraus entstanden sind. Also – ich sag jetzt nur – ich bin halt auch einmal im Theater gesessen und hab[e] mir von der Jelinek Das Werk an …[geschaut], und mittendrin im Stück ist mir eingefallen, ich könnte die Staumauer von Kaprun beschreiben – also zack – und das ist mir nicht gelungen, weil die Verbund AG dagegen war, is[t] … [egal], is[t] eine eigene Geschichte, aber … – also: Das ist jetzt sozusagen irgendwie “ausseghupft”, sag[e] ich einmal, und [auch] anderes, an dem ich länger und intensiver gearbeitet … [habe], Bilderserien zum Beispiel, ja, da gab [e]s sicher eher Gründe, die eher in … irgendwelchen tiefen Etagen meiner Psyche verankert sind.

AR:
Mir geht [e]s ja oft so, dass ich überhaupt erst im Nachhinein d[a]rauf komm[e], womit ich mich im Rahmen eines Projektes beschäftige, also: Ich weiß, ich muss es tun, ich merk[e] meistens auch erst, wenn es begonnen hat, dass es begonnen hat, also: Ich hab[e] Zeiten, wo ich sozusagen auf der Suche nach dem nächsten Projekt, nach dem nächsten Werk bin, wo ich da sitz[e] und mir denk[e]: A[c]h, mir fällt ja gar nichts ein, und ich bin ja überhaupt nicht kreativ, und ich weiß gar nicht, und wie soll das weitergehen? Und meistens merk[e] ich, dass eine Produktion begonnen hat. Oft ein, zwei Wochen, nachdem sie begonnen hat, steh[e] ich da und denk[e] mir: Ach so, das ist es jetzt, und das ist das, was ich zu tun habe. Und warum ich [e]s tu[e], und was ich darin erforsche – es ist immer eine Weiterführung von Dingen, die ich zuvor gemacht hab[e]. Also, bei mir – glaub[e] ich – ist es immer schon so eine Entwicklung als Künstlerin, sowohl handwerklich nämlich als auch in der Souveränität der Mittel, die ich verwende, der Methoden, die ich einsetze, aber auch, – also, ich glaub[e], ich erzähl[e] immer Geschichten – auch in dem, wie ich Geschichten erzähle.

WS:
Ja, es gibt ja genug Künstler – jetzt nicht nur im Bereich eben der bildenden Kunst, sondern eben … Musiker, Schriftsteller, die am Ende ihres Lebens im guten Fall d[a]rauf kommen, dass sie eigentlich immer die gleiche Geschichte geschrieben haben, immer das Gleiche komponiert – jetzt in einem höchst übertragenen Sinn dieser Bedeutung natürlich. Ja, manchmal glaubt man es zu wissen, manchmal weiß man es vielleicht auch wirklich.

Heidulf Gerngross 16

Heidulf Gerngross, architect, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/gerngross_subclip17.mov

Alexandra Reill:
Das ist interessant: … einerseits diese Offenheit [Deiner künstlerischen Produktion als Architekt, lieber Heidulf Gerngross], also auch die Containerhauser, die Containerbauten, die sich ja sehr an Menschen richten, die sehr am alltäglichen Leben für Menschen ausgerichtet sind, und gleichzeitig die Betonung - interessanterweise auch gestern und vorgestern wurde das [in den Gesprächen] zum Thema - [auf] a) ich weiss [im künstlerischen Schaffensprozess] vorher nicht, was mich ergreift oder ich weiss es auch in dem Moment noch nicht, in dem es stattfindet, vielleicht, aber nicht immer weiss ich es nachher - in einem Erkenntnisprozess, in einem Wahrnehmungsproszess und wahrscheinlich auch in einem künstlerischen Schaffensprozess. Und andererseits auch wirklich die Betonung auf ein Unternehmertum.

Kurt Hofstetter 08

hofstetter_pic2.jpg

http://www.datonet.at/kanonmedia/hofstetter_subclip12.mov

AR:
Das heisst, es gilt etwas mitzuteilen, nicht? Da sind wir wieder bei diesem Punkt Rezipienz - es gilt etwas zu erzählen, das Gegenüber ist ganz wichtig.

Herbert Wulz 04

Herbert Wulz

http://www.datonet.at/kanonmedia/wulz_subclip5.mov

[AR:
.. Wenn Du[, Heidulf Gerngross] sagst, … wir bewegen uns heute … in einer Zeit der Selbstverständlichkeit, dann erinnert mich das auch ganz stark an Netzwerkgedanken: … dass du nicht mehr … von einem Standpunkt ausgehst, von einer Position ausgehst, von einer Wahrheit, von dem, was da als richtig zu gelten hat, ausgehst, sondern, dass es auch schon viel selbstverständlicher geworden ist zu sagen: es gibt immer gleichzeitig sehr viele Informationen, und es gibt ein Netzwerk an Informationen, und darin bewegt man sich …. - wo auch einerseits eine Subjektivität wieder verstärkt worden ist, aber auch - mitunter auch problematisch behaftet - so eine Egalität der Egalitäten, eine Egalität der Werte, wo es einfach in einem Bewusstsein nicht mehr so vorkommt oder gar nicht mehr vorkommt zu sagen: es ist richtig SO. Und das ist ja für die künstlerische Position durchaus auch etwas ganz Wichtiges ….]

HW:
Heute ist das eine Notwendigkeit mitunter. … Wenn man Kunst als Prozess sieht im 21. Jahrhundert - mit all der Problematik -, dann muss man Dinge auch offenlassen - können. … Und das haben wir entdeckt in der Moderne und in der Postmoderne: dass die Welt nicht fertig ist. … Das ist eine neue Position, die man eigentlich mit Freude auch leben kann.

Das Werk kommt uns auch etwas abhanden, weil das Werk zum Prozess wird. Ich sehe das eigentlich als grosse Errungenschaft unserer Zeit.

Alexandra Reill 15

Alexandra Reill

http://www.datonet.at/kanonmedia/sascha_subclip15.mov

I know only struggling artists and i think if you are a struggling artist - i know some creativity can be raised from hunger but when it becomes too tough and i think it is quite tough at the moment - [and] when we look at privatization methods not even only of our conservative parties but the socialist ones i am - being a socialist myself - very disappointed at the time being and i think some left-left socialist thoughts which were applied during the last decades are much more useful and i would love to see some socialists in Austria come back to their old traditions and rather start reforming themselves than starting reforming us [artists], really.

Alexandra Reill 14

Alexandra Reill

http://www.datonet.at/kanonmedia/sascha_subclip14.mov

The i2010 Lissabon Guideline we can feel already and we do really regret … We know from … from the UK i know that, i know it from Scandinavia a bit: this guideline is talking a lot about “Public-Private Partnerships” and this slogan “Creative Industries”. So, what they are talking about is [to] create guidelines for the applied arts and any kind of creative business that helps to launch the EC as something very modern. So, creative industries are looked upon as a PR instrument for the EC. I have to say that our government [in Austria] also focusses on this a lot without taking into any consideration the needs of the free arts because free arts are not commercial arts. You can help a fashion designer to build a business but you would never correspond with any needs of experimental artists to make them - you know - be more free to produce what they want to produce.

Next Page »