Michael Wimmer 10

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_56_mw.mov
Meine Frage ist: wieso – das kann sich ja emphatisch beschwören, soll wieder sein […], aber wieso – funktioniert das nicht mit einer Erneuerung von Kulturpolitik? Und einen der Gründe hab[e] ich bei dem alten Eric Hobsbawm gefunden, der eben so eine Gesellschaftsanalyse macht und bei der Gelegenheit fragt, ob das, was wir hier als Kunst verhandeln, überhaupt eine Zukunft hat, ob da nicht ein Transformationsprozess in Gang kommt, der nicht nur darüber Auskunft geben möchte, dass die Bevölkerung nicht weiß, was da los ist, sondern umgekehrt auch der Kunstbetrieb immer weniger weiß, was los ist außerhalb […], ob man da nicht den Bezug verloren hat, weil das, was ich konstatiere – das hab[e] ich schon gesagt -, ist die Durchdringung des Künstlerisch-Ästhetischen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen.
Wir sind in einer durchästhetisierten Gesellschaft und bilden uns ein, wir wären da die einzigen Kreativen und der Sonderfall dabei, wo sich ganz etwas anderes schon abspielt. Und wenn es uns nicht gelingt, da einen produktiven Bezug aufrechtzuerhalten, können wir im Elfenbeinturm noch lange weiterreden, es wird uns niemand mehr zuhören.
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