Alexandra Reill 42

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_46_jz.mov
Julia Starsky im Publikum:
Keine Gewinnabsicht – das kommt mir in dem Zusammenhang total absurd vor, obwohl ich jetzt nicht weiß, welchen Begriff man jetzt vernünftiger einsetzen soll. Weil gerade in der Kunst: es gibt symbolisches Kapital. Und ich glaub[e], dass gerade Künstler mit einer immensen Gewinnabsicht einsteigen, nämlich sowohl Kapital als auch symbolisches Kapital zu erwerben. Ich kann mir fast keinen Beruf vorstellen, wo mehr Gewinnabsicht die treibende Kraft ist quasi zu tun.
Das wird sehr oft – meiner Ansicht nach – beschönigt, in vielen Zusammenhängen. Wenn ich jetzt nur Reputation nachrenn[e], ist es quasi keine Gewinnabsicht, obwohl symbolisches Kapital immer in Kapital umgewandelt werden kann von dem, der es kann.
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_47_ar.mov
Das ist vielleicht der Diskurs: wird da die Grundsicherung zu zu sicherem Boden oder braucht es den Impetus von Gewinnorientiertheit, um lebendige Weiterentwicklung von Kunst zu fördern? Ist ein alter Diskurs, kann man sagen, wo es immer diese unterschiedlichen Positionen gibt. Schwierig zu beantworten, natürlich. […] Da möchte ich für mich persönlich gerne eine Antwort geben: ich bräuchte die Gewinnabsicht dahingehend, dass ich von der Kunst leben muss, nicht unbedingt. Was ich von der Kunst für mich brauche, sind inhaltliche Ergebnisse. Dort suche ich Erkenntnisgewinne. Aber ob das jetzt sozusagen wirtschaftliche Gewinnorientiertheit oder wirtschaftliche Gewinnabsicht ist, ist [… eben] eine alte Frage: ob es das eine mit dem anderen unbedingt gemeinsam auch braucht?
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