Paul Stepan 07

Paul Stepan, culture economist, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_25_ps.mov

So [… KünstlerInnen ein Einkommen, Anm. AR.] nicht durch eine Anstellung irgendwo erhalten. Aber alles, was normalerweise auf einem Kunstmarkt gehandelt wird, von dem wir vorher geredet haben, ist an sich – wenn sie ihr Leben davon bestreiten können – […] definitorisch […] Gewinn. Das ist der Umsatz minus der Vorkosten, die sie hatten, also Farbe, Arbeitszeit, Ateliermiete etc. Wenn sich das ausgeht, dann leben sie von den Gewinnen, eigentlich.

Jetzt ist das noch nicht zwangsläufig deswegen gewinnorientiert. Gewinnorientiert würde heißen, dass sie als einzigen Beweggrund den möglichen Gewinn sehen. In der Regel wollen sie davon leben können und so weit davon leben können, dass es ihnen irgendwie nach Möglichkeit gut geht oder wie auch immer selbst definiert einen Lebensstandard erfüllen können.

Wenn ich mir eine normale Firma anschau[e], dann geht es nicht darum, dass die Leute, die dort arbeiten, davon leben können, weil dann macht die Firma nämlich genau einen Gewinn von Null und kann ihre Angestellten zahlen und die können dann davon leben. Sondern [… Firmen] geht es darum, dass die Aktionäre davon genauso auch etwas haben. Und da geht es dann tatsächlich um die Gewinnabsicht.

Und wenn man als Mittelding dann die Creative Industries hat: die folgen einem Referenzsystem, das gewinnorientiert ist, und gleichzeitig folgen sie einem Referenzsystem, das auf Peer Recognition, auf Reputation aufbaut. Und allein das Grundsystem baut vorwiegend auf Reputation auf. Aber trotzdem brauchen [… Kreativschaffende, Anm. AR., eben …] etwas zum Heizen, zum Essen und zum Wohnen. Das ist so. Insofern würde ich diesen Begriff […] Gewinnorientierung da relativieren.

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