Marie Ringler 04

Marie Ringler, municipal councillor and parliament member, representative for cultural policies of Die Grünen Vienna, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_31_mr.mov

[Es ist so, Anm. AR.] dass Cluster ja durchaus als top down-Initiative im Wirtschaftsbereich funktionieren können, also, es ist ja jetzt nicht ganz so, als ob das nicht funktionieren würde. Aber ich glaube, dass sie gerade in diesem spezifischen Bereich [des kreativen Schaffens, Anm. AR.] tendenziell eher zum Scheitern verurteilt sind. […] Also: das Bio Center St. Marx, das quasi neben dem Media Center ist, wo top down Biotechnologie angesiedelt wurde, das funktioniert gut. Dort, wo es um diesen Bereich des – sagen wir [ein]mal – stärker im Kreativen angesiedelten Bereich geht, funktioniert es weniger gut.

Und das find[e] ich natürlich ganz spannend, weil die Frage: kann man, soll man, will man das als Politik befördern, dass Menschen sich vernetzen, von mir an sich positiv beantwortet wird. Also, ich halt[e] das für einen recht relevanten Ansatz zu sagen, auch in der Kulturpolitik ist es wünschenswert, dass Menschen Vernetzungen zustande bringen und dass man ihnen die Rahmenbedingungen schafft, dass sie das tun können. Die Frage ist, ob das immer in Form von Immobilien stattfinden muss und ob das der richtige Weg ist, ob es da nicht intelligentere Modelle gibt, intelligentere Herangehensweisen gibt.

Aber ich find[e] an sich jetzt nichts Schlechtes dabei, zu sagen … oder auch durchaus – im Forschungsbereich zeigt sich das ganz deutlich: Forschungsförderung ist dort erfolgreich und bringt dort international sozusagen anerkannte Institutionen hervor, wo diese gut vernetzt sind oder wo man Möglichkeiten schafft für Vernetzung und für Anschlussstellen, für Schnittstellen zu anderen. Also: ich denke, das muss man ein bisschen differenzierter sehen.

Aber so gesehen, glaub[e] ich, dass das, was ich so höre vom Media Quarter St. Marx, ist, dass es nicht so besonders gut funktioniert. Das liegt wahrscheinlich ein bisschen an der Abgelegenheit und vermutlich auch ein bisschen an sonstigen Bedingungen so rundherum.

Aber anders gesagt: der siebte Bezirk [in Wien, Anm. AR.] ist, wenn man so will, auch so ein – in der Form – selbst entstandener […] Cluster, wo viel passiert […]. Und der wirklich entscheidende Punkt ist: es hat viel mit Freiwilligkeit zu tun, also: Leute entscheiden sich, hier irgendein einen kleinen Tischlerladen aufzumachen oder […] Designtaschen [zu verkaufen] oder auch Galerien, die nicht in dieses kommerzielle Muster hineinpassen, im siebten Bezirk oder in diesen angrenzenden, quasi sozusagen umgrenzenden Vierteln anzusiedeln. […] Jetzt entsteht da [et]was im zweiten Bezirk, also: da entwickelt sich ja auch immer [et]was, und ich glaube, die Immobilienpreise sind da auch nicht ganz unrelevant. […] Es ist mittlerweile doch schon recht teuer geworden, im siebten Bezirk so ein kleines Ladenlokal aufzumachen, im zweiten ist es noch billig, also billiger, nicht billig, hoffentlich billiger.

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