Franziska Maderthaner 08

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Kunst zu machen, Künstler/Künstlerin zu sein ist einfach nach wie vor ein vehement positiv aufgeladenes Berufsbild. Das kommt auch dazu. Es gibt kaum einen Beruf, der für diejenigen, die diesen Beruf ausführen, so positiv aufgeladen ist, dass man dann unglaublich viel Leid [auf sich nimmt, Anm. AR.] und Opfer bringt, um ewig lang dieses Künstlerin/Künstler sein [leben] zu können. Das kommt mir auch so vor.
Aber die Situation ist natürlich so, dass wenn du irgendwann einmal 35 wirst – so geht es eigentlich dann fast allen Menschen -, dann willst du einfach nicht mehr in der WG wohnen, du hast dann vielleicht irgendwann [ein]mal die Idee, ein Kind zu bekommen. Wenn du ein Kind hast, dann geht damit einher: eigentlich bräuchte ich jetzt eine Wohnung und ein Auto vielleicht auch noch – also alles eigentlich fast kleinbürgerliche Ansprüche, die aber dann, wenn man sie zusammen zählt, so viel Geld ausmachen, dass du eigentlich dann so eine Familie gar nicht erhalten kannst. Leider, d.h. die meisten, leider Gottes sind das dann die Frauen, die dann entweder sich einen Mann suchen, der das Ganze finanziert, oder sie haben einen vermögenden Hintergrund.
Aber es ist nicht umsonst so, dass die Künstlerinnen in Österreich – das ist jetzt wirklich erschreckend – durchschnittlich 0,48 Kinder kriegen, während die österreichische Durchschnittsfrau bei 1,52 oder so [et]was ist. Also das muss man sich einmal vorstellen, wie wenig, wenig Künstlerinnen es gibt, die sich ein Kind nur leisten können, weil die Situation es einfach nicht ermöglicht. Das ist eine traurige Tatsache.
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