Franziska Maderthaner 03

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Ja, dieses Geld wird von den Sammlern, die meist zu dieser Branche kommen – gerade die großen Sammler -, vor allem sehr gerne angelegt in sehr teure Kunst, d.h. in sehr prominente Kunst, d.h. in Kunst, wo dieser Wert – unter Anführungszeichen – überhaupt nicht nachzuvollziehen ist. Warum ein großes Herz von Jeff Koons 20 Millionen Dollar kostet? Das hat weder den Materialwert noch den ideellen noch irgend[et]was, da geht es rein um die Prestigegeschichte. Die auch immer stärker steigt. Das ist […] vergleichbar vielleicht mit den Potlatch, mit diesen Stammesfürsten bei den Indianern: wer das größte Geschenk gebracht hat, der war dann irgendwie der angesehenste Indianerhäuptling. […] Ungefähr so ähnlich läuft das auch mit der Kunst.
Interessanterweise ist die Frage des: wird das einmal mehr wert werden, wenn ich jetzt dieses Herz oder sonst ein Kunstwerk, ein sehr bekanntes, ein sehr oft medial repräsentiertes kaufe, weniger gestellt. Es geht wirklich sehr stark um diese Prestigegeschichte, […] also dieses viele Geld, dieses Wer wird Millionär-Denken einerseits als Berufsdenken von vielen erfolgreichen Menschen, andererseits natürlich auch in der Kunstwelt.
Meistens sind diese beiden Typen ja sehr eng auch befreundet, spiegeln sich in dem anderen wieder und sind gern auch zusammen – womit auch zusammenhängt, dass sich sehr viele erfolgreiche Künstler gerne mit erfolgreichen Managern umgeben und umgekehrt.
Man kann es mit einem Lottospiel vergleichen, die ganze Angelegenheit. Irgendeiner wird es schon schaffen. Und der Gedanke, dass man hier mit dem Lotto spielt, das haben eigentlich fast alle Studierende, auch gerade wenn sie jetzt bildende Kunst machen, Malerei vielleicht machen oder freie Kunst machen. Dass sie sich am Anfang ihres Studiums denken: […] wer weiß, vielleicht trifft mich auch das große Glück. Tatsächlich. Es ist wirklich so. Dieses Thema verfolgt sie ewig lang, vor allem, weil es ja gerade auch auf den Universitäten immer wieder vorgelebt wird von diesen erfolgreichen Stars: schau’ her, schau’ mich mal an, ich hab das irgendwie cool gemacht, ich bin der jetzt der Superhero. Verraten tun sie diese Tricks natürlich nicht. […] Ein Erwin Wurm verrät seinen Studenten nicht, wie er dort hingekommen ist, wo er jetzt ist. So läuft das dann nicht.
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