Stylianos Schicho 07

Stylianos Schicho, painter, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/31_stylianos.mov

SSCH:
Deswegen hat das Fernsehen einen sehr wichtigen Stellenwert. […] Leider wird man sehr eingelullt, und wahrscheinlich mit gutem Gewissen kann man sich kollektiv verblöden […]. Es ist wie im Internet: man muss wirklich wissen, was man sucht, ob man das überhaupt findet ist wieder eine andere Frage. […] Man muss wirklich sich bewusst sein Programm heraussuchen. Aber viele Leute brauchen den Rhythmus, sie brauchen 20:15, die ZIB und dann den Wetterbericht, und dann gehen sie schlafen ….

http://www.datonet.at/kanonmedia/32_stylianos_ar.mov

AR:
Das lässt einen auch sozusagen mit Sicherheit ohnmächtig sein.

SSCH:
Ja.

AR:
Diese Beruhigung: es macht nichts, wenn du jetzt ohnmächtig bist.

SSCH:
Ja. Weil man nicht alleine ist. Weil der Nachbar auch ohnmächtig ist.

AR:
Weil: alle sind ohnmächtig.

SSCH:
Und das tut gut, weil wir alle gemeinsam [sind].

AR:
Aber eine Chance, Superstar zu werden, gibt es ja vielleicht doch. Man weiß ja nie. […]

SSCH:
Mittlerweile kann man ja schon – so bei Starmania – mitentscheiden. Das erinnert mich natürlich auch an die Gladiatoren, […] Oder Talkshows, wo ich sogar fast glaub[e], dass man die Würde – das klingt jetzt ganz arg – des Menschen wirklich verkauft, um ein bisschen Ruhm oder Sozialstatus zu erlangen: dass man in einer Talkshow war, und das sind dann Menschen, die [damit] auf Tournee gehen […].

Auch die Grenzen muss man immer höher legen, die Inhalte, um in so eine Talkshow überhaupt [hinein] zu kommen. Es gibt ja schon so sozialpornographische [Faktoren, Ergänzung Ar.] Es geht wirklich um das Intimste, und das wird dann verkauft.

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