Stylianos Schicho 02

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SSCH:
Ich hab[e] vor drei Jahren Diplom gemacht – an der Universität für angewandte Kunst -, und das waren sieben Jahre lang eine schöne, behütete Zeit, in der natürlich wir mit allem Möglichen konfrontiert waren [...]. Ich habe herausgefunden, dass wir in einer Zeit leben, wo wir uns wirklich alles auf einem Tisch uns hinlegen konnten, die Kunst an sich, die es gegeben hat, und wir konnten beurteilen. Es war relativ frei, also, wir konnten uns wirklich entscheiden – vielleicht schon zu frei, und dadurch, dass – so habe ich reagiert – dadurch, dass die Postmoderne … Duchamp … [...] Irgendwie war das für mich irgendwann [ein]mal langsam ausgelutscht, also, ich konnte die Reproduzierbarkeit – diese per Knopfdruck -, wie die Kunst, die unter der Wahrnehmungsschwelle gut erklärt ist in 300 Seiten … irgendwann einmal hat das eine Flut ergeben, und ich konnte als Student damit nicht mehr soviel anfangen. Und ich wollte dann wieder – wie soll ich sagen – die Aura zurückholen, ich wollte einfach wieder etwas spüren. Und ob man jetzt einen Weg zurücklegt oder ob man sich anstrengt, also: ich hab mich dann bewusst für das Tafelbild [entschieden] – das Tafelbild ist ja an sich schon belastet, auch während des Studiums war die Tatsache, dass ich mich überhaupt entschieden hab[e, ...] eine Leinwand zu bemalen, ist schon ein Statement gewesen im Kunstbetrieb. Obwohl das nichts ist im Endeffekt, also: ob das ein ausgeschalteter Computerbildschirm ist oder ein Computer oder [...], erst das, was dann darauf passiert[, zählt.] Natürlich hat die Leinwand einen Anfang und ein Ende, aber dieses System habe ich irgendwie gebraucht, um das zu durchbrechen. Also: ich hab[e] mich bewusst für das Tafelbild entschieden.
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