Stefan Bläske 04
Zum genannten Teamwork: ich glaube, das ist der entscheidende Unterschied, von dem man erstmal ausgehen muss: dass […] Theaterarbeit – wenn man absieht von einer möglichen Soloperformance – immer ein Gemeinschaftsprozess ist, und dass es eigentlich nicht so sein kann, dass ein Regisseur mit einem Konzept ankommt und versucht, es 1:1 umzusetzen, sondern dass es immer ein gemeinsamer Entstehungsprozess ist, in den viele verschiedene Faktoren einwirken. Das sind nicht nur die Schauspieler, die man […] auf der Bühne sieht, sondern das sind natürlich auch alle anderen Beteiligten wie Dramaturgen oder Regieassistenten.
Es gibt ja meistens am deutschsprachigen Stadttheater einen Probenzeitraum von sechs bis acht Wochen – das heißt, man hat ein bestimmtes Zeitfenster, man hat bestimmte Rahmenbedingungen, die in der Malerei ganz anders sind: da kann man sich die Zeit nehmen, die man brauchst, man kann das Bild auch ein Jahr liegenlassen. Das heißt: es gibt eine ganz andere Art der Verselbständigung. Man kann im Theater wohl nicht so schwanger gehen mit einem Kunstwerk, wie man es als Maler könnte, ich glaube, dass man als einzelner letztlich nur noch wenig Einfluss hat. […] Man hat als Regisseur [zwar] meist das letzte Wort, aber ich glaube, dass – alleine die Frage der Besetzung, die einem bspw. vom Intendanten vorgegeben wird, etc. – […] man da ganz bestimmte Rollenkonzepte schon gar nicht mehr umsetzen kann.
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