Ricarda Denzer 16 / Martina Reuter 01

Ricarda Denzer, artist, A

Martina Reuter, Depot, im Publikum:
Ich denke, wo Netzwerke vielleicht funktionieren könnten abseits von Produktionsgemeinschaften – nicht nur funktionieren könnten, sondern funktionieren müssten, um das jetzt einmal wieder zum Ausdruck zu bringen -, sind [es] vielleicht eher Kampfgemeinschaften als Produktionsgemeinschaften.

Und ich denke, das Podium heute repräsentiert jetzt nicht das, wo wir sagen: die Künstlerinnen und die Künstler, sondern ist nur ein ganz winziger Ausschnitt von dem, was allein nur in der bildenden Kunst da ist. […] Ein wirklich großer Teil kann supertoll verdienen, und das liegt daran, dass das Kunstverständnis, das allgemein herrscht, wirklich noch 200 Jahre alt ist. […] Es ist tatsächlich 19. Jahrhundert. […] Es gibt massenhaft Geld von der Privatwirtschaft für Kunst, aber das ist alles sammel- und stapelbar. […] Da frage ich mich: warum setzt da niemand an und klärt mal die auf, dass sie eigentlich alle hinten nach humpeln? Selbst die öffentlichen Förderstellen, was schon was heißt. Aber selbst da ist es so: dort, wo gefördert wird mit Riesenmassen im öffentlichen Bereich ist alles, was abgesichert wird. Das, was Ihr alle macht, das ist so ein kleiner Ausschnitt mit ganz wenig Geld.

Und da frag[e] ich mich, warum sich die Künstler und Künstlerinnen, die nicht zu den klassischen Kunstproduzenten gehören, die – sag[e] ich jetzt [ein]mal – Bilder herstellen, die man an die Wand hängen kann und die dann der Verbund privat sammelt, wo dann noch öffentliche Museen das ausstellen – wobei: öffentliche Gelder sollten eigentlich für etwas anderes da sein als Privatsammlungen zu finanzieren für eine Ausstellung -, [nicht zusammenschließen?] Wo ist da die Solidargemeinschaft der Künstler und der KünstlerInnen? Da wirklich – wie Du[, Brigitte,] auch gesagt hast – einmal aufzuschreien und zu sagen: das lassen wir uns nicht mehr gefallen!

RD:
Ja, die MedienkünstlerInnen werden da nur zustimmen, das ist ganz klar. Da gibt es ganze communities die auch nicht [wissen wie finanzieren …]. Aber das ist eben Handel.

Ich dachte, das sind 0,3%, die vom Handel leben können, ich wusste gar nicht, dass das so viele sind.

MR:
Aber schauen wir doch einmal weltweit jetzt – nicht in Österreich – auf die Messen.

RD:
Ja, aber ich glaube, der Mittelstand bricht da genauso weg wie gesamtgesellschaftlich. Da gibt es auch mittlerweile Riesenunterschiede, also, ich glaube, das ist ein ganz kleiner Teil, d[er] davon leben k[ann].

MR:
Ich finde eben, gemessen jetzt nicht an den Menschen, sondern gemessen an dem, was dafür ausgegeben wird: das sind Unsummen.

RD:
Ja, deswegen interessiert mich auch, ein Modell anzuschauen, [… das] außerhalb des [… gängigen Systems funktioniert, und] wie funktioniert das woanders?

MR:
Ja, genau.

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