Leander Kaiser 11

Leander Kaiser, painter, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/24_lk.mov

Für den Betrachter selber erwarte ich mir eher nicht so sehr ein irritiertes Verhalten, […] ich mag eigentlich gar nicht die Irritation. […] Irritation findet auch selten, in Wirklichkeit, praktisch, nie statt. Das Sehen ist ein so intelligenter Sinn, das menschliche Sehen, das ist ja [… ohnehin] viel intelligenter als die meisten Bilder, weil jedes Bild, das wir [… sehen,] oder jeder Augenblick, in dem wir sehen hat eine höhere Komplexität in der Simultanität als alles, was in der bildenden Kunst möglich ist.

Das, was wir als Vorteil haben, ist ein biss[chen] eine Organisiertheit und ein Aufhalten der Zeit, d.h. das still stellen, und zugleich können wir still stellen und zugleich kann man vor den Bildern flanieren …. Ich erwarte mir von meinen Bildern eher, dass man sich ein bisschen nicht so wie der typische deutsche Betrachter [verhält], der in [ein] Museum geht – ich nenn[e] das Hab-Acht-Sehen: stellt sich vor jedes Bild, schaut, dann schaut er rechts unten, wo das Zettele ist, wer das ist, dann schaut er noch einmal zurück und dann geht er zum nächsten. Das nenne ich Hab-Acht-Sehen. Hab-Acht-Sehen, das kann man beim Militär lernen. Ich wünsch[e] mir eher einen Betrachter, der so vorbeigeht und auf einmal sich von einem Bild gefangen nehmen lässt, etwas davon mitnimmt, weitergeht, aber ohne jetzt diese Schritte so zu vollziehen.

No Comment

No comments yet

Leave a reply

Security Code: