Archive for January, 2008

Alexander Stanzel 12

Alexander Stanzel, fine artist, A

AR:
Du sagst, Du bist Einzelkünstler, kein Mitglied einer kunstproduzierenden Initiative – arbeitest Du oft mit anderen KünstlerInnen zusammen und wie gestalten sich entsprechende Kooperationen?

AS:
Gemeinsames Erarbeiten des Konzepts, Versuch des Einbezugs der Ideen des anderen bzw. Wahl der inhaltlich stärkeren Konzepte von allen.

Budget wird natürlich verhältnismäßig aufgeteilt.

Arbeitsteilung je nach individuellem Können oder Stärken sowie wenn möglich gemeinsam, im gemeinsamen interaktiven Prozess entstehende Arbeit (sonst könnte man ja gleich ein Einzelprojekt machen, so kommt das Kollektive und Interaktive viel stärker hervor).

Ich arbeite eher selten mit anderen Künstlern zusammen, da ja jeder seinen ganz eigenen Themenbereich und Zugang hat. Teamarbeit ist in der bildenden Kunst immer ein gewaltiger Kompromiss. Muss aber nicht immer so sein, manchmal überschneiden sich die Ideen und Ansätze auch sehr gut und so ist dann eine Zusammenarbeit gegenseitig sehr fruchtvoll.

Sarawut Chutiwongpeti 12

Sarawut Chutiwongpeti, mixed media/video installations, THA

AR:
Do you live from your art production as main occupation?

SC:
Yes, I do.

AR:
Do you need other income than that coming from your art production to make a living?

SC:
Yes, I do. But it is always in the arts field.

Myriam Thyes 12

flash piece by Myriam Thyes, media artist, D

AR:
Welche Rolle schreibst Du Dir selbst als Künstlerin zu? Was siehst Du als Deine Aufgabe/n an?

MT:
Es gibt, glaube ich, für Künstler sehr unterschiedliche Möglichkeiten, Funktionen zu erfüllen, ich möchte da keine grundsätzliche Definition abgeben, sondern für mich selber ist meine Funktion als Künstlerin unter anderem eine kommunikative, also der Austausch mit anderen Menschen durch die Kunstwerke und natürlich auch durch das Gespräch über Kunstwerke. Und die Kunstwerke selbst, so hoffe ich, können die Gedanken und die Fantasie von dem Betrachter, der Betrachterin anregen, öffnen, flexibel machen, erweitern. So wie mich Kunst angeregt hat, anders über das Leben nachzudenken oder eben neue Ideen zu entwickeln, so hoffe ich, dass meine künstlerischen Arbeiten das bei anderen Menschen auch tun. (Aus: „Kunst in NRW“, www.kunstinnrw.de, Video-Interview von Michael Gumnor mit Myriam Thyes, 2007, zum Gesellschaftlichen in der Kunst.)

Wie [...] erwähnt, geht es mir um Analyse, Reflexion, Umwertung und Aneignung - auch mit Humor und (Selbst-)Ironie, und wo nötig mit Spott - und einen eigenwilligen, möglichst freien, selbstbestimmten Umgang mit dem, was wir in der Welt vorfinden. Ich habe ein Bedürfnis, Autoritäten anzukratzen, vor allem die Mächte, die unsere Symbole und Werte definieren (wollen). Einseitige “Anklagen” halte ich dabei für zu unkreativ und sinnlos, da wir alle mit allem Guten und Schlechten in der Welt verstrickt sind. In den Künsten sehe ich die Möglichkeit, scheinbar Gegensätzliches zu verbinden, z.Bsp. Engagement und Schönheit, ironische Distanz und Emotion.

Brigitte Neufeldt 11

Brigitte Neufeldt, media artist, D

AR:
Wenn Du mit anderen KünstlerInnen zusammenarbeitest, wie würdest Du Deine Rolle und Funktion im Team definieren?

BN:
Durch mein Projekt “baum.welt” war bzw. bin ich immer noch die Initiatorin, Organisatorin & auch beteiligte KünstlerIn. Zusätzlich akquiriere ich Ausstellungsräume für die gesamte Gruppe. Verhandle mit den betreffenden Personen im Sinne der Gruppe. Wobei in einem demokratischen Verfahren nach dem jeweils nötigen Ausstellungskonzept gerungen wird.

Anita Hafner 11

Anita Hafner, visualist, A

AR:
Kommt die Qualität der Kunst von finanziellen Ressourcen?

AH:
“Ohne Geld ka Musi” ;) Auf Dauer kann ohne Geld keine Kunst produziert werden, weil Lebenserhaltungskosten gedeckt werden müssen.

Alexander Stanzel 11

Alexander Stanzel, fine artist, A

AR:
Unterscheidest Du im Auslösen weiterführender, vertiefender Reflexion zu Deiner Produktion zwischen den Auswirkungen/Wirkungen der Produktion selbst und sozusagen beschreibenden bzw. analytischen Methoden? Wie gehst Du vor bei der Analyse Deiner eigenen Kunstproduktion und bei dem von Dir angestrebten Auslösen von Reflexion?

AS:
Keine einfache Frage. Es ist eher die Auswirkung der Produktion selbst, denn es ist ja das Werk, das den Zeichencharakter inne hat, das spricht. Das Vorgehen ist eigentlich ganz einfach, zuerst habe ich mal persönlich ein Gefühl, wie gehaltvoll das Werk ist, wie stark die Aussage ist. Dies lasse ich dann über die Zeit hinaus walten, wenn es nach paar Tagen, Wochen für mich immer noch die gleiche Stärke hat, dann ist es gut. Aber genauso wichtig, wenn nicht noch mehr, ist die Kritik meiner Künstlerkollegen. Erst wenn die Arbeit bei mehreren Kollegen wirklich gut ankommt, dann bin ich mir ihrer Wirkung sicher. Der eigentliche Betrachter, Laie ist zwar auch irgendwie wichtig, aber eher nebensächlich, wenn das Werk den zuvor geschilderten Weg der Kritik übersteht.

Sarawut Chutiwongpeti 11

Sarawut Chutiwongpeti, mixed media/video installations, THA

AR:
Which function/s would you ascribe to yourself as an artist in Thailand?

SC:
Right now, I am still a single male person and do not need to worry about many other things. This is a very good time for me to concentrate on art works but one day, I might have a family like other “normal” people, have more responsibilities, lot of pressure and might not be able of easily moving in and out like now. Currently, I am always on the move from one place to another place as I always go travelling to many countries all over the world, on the basis of “invitations“. My travelling is so meaningful to me, both for my knowledge and experiences (My travelling to me is like visiting the Utopia Stations, each of the Stations to me is like one of the Utopia Laboratory Stations where I can realize my wishes come true, one by one, from one to the next more and more.).

For me, my attitude towards artists and “normal” people does not differ too much. As far as my ordinary day life is concerned, in some ways I am kind of normal as well (My look/character does not look like an artist’s one, I just look like normal people.).

The difference is just the way of working and the way of thinking. However, regarding how people look at me, especially when I am living in my own country region, I am quite and very different from the neighbourhood. I could spend time on my own for the whole day, for months and years to think and create art works, without going anywhere else and being like the “Monk“. However, this kind of profession/what I am doing is very different from my neighbourhood/country. Mostly, people in my country - they work in regular jobs and try hard to get as much money as possible (buy the luxury car or bought the land and housing). They get up very early in the moning, spend their time with their own children/family and go out shopping in the holidays. People are so very surprised about what I am doing: What is it about Art? How can I survive/make a living with Art?

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