Archive for January, 2008

Sarawut Chutiwongpeti 15

Sarawut Chutiwongpeti, mixed media/video installations, THA

AR:
In ten years, do you think that there will be any increase of private sponsorship for the arts in Thailand?

SC:
No.

AR:
How do you perceive the situation regarding private sponsoring in Thailand?

SC:
I really have no ideas about sponsorship in my country but I am just thinking that private sponsorship will be developing more when we will have a stable government. When we are in the position that we have money or politically/financially stable situation then people will take a look at our art works. So, when people are wealthy, this might raise more private sponsorship.

Myriam Thyes 15

flash work by Myriam Thyes, media artist, D

AR:
Glaubst Du, dass es in Deutschland in zehn Jahren verstärkt Förderungen der Wirtschaft bzw. der öffentlichen Hand für Kunst geben wird?

MT:
Nein.

AR:
Welche Auswirkungen kannst Du Dir von dieser Situation vorstellen?

MT:
Ich glaube, dass Kunstmarkt, öffentliche Kultur- und Kunst-Förderung und Kunst-Sponsoring sich in den nächsten 10 Jahren nicht stark verändern werden in Deutschland, sich insgesamt weder verbessern noch verschlechtern werden. Schon jetzt übernehmen Galeristen, Sammler und Sponsoren Ausstellungskosten in Museen und städtischen Kunsthallen, was den Geldgebern natürlich Einfluss darauf gibt, welche Künstler und Werke ausgestellt werden.

[…] Äußere Hürden sind, dass es schwer ist, eine Galerie zu finden, dass es schwer ist, Kunst zu verkaufen, wenn man mit audiovisuellen Medien arbeitet - es gibt eben nicht so viele Menschen, die Kunst kaufen wollen, kann ich auch niemandem verübeln. Aber ich wäre sehr dafür, dass die Kunstszene vom Kunstmarkt unabhängiger wird. Die Kunst, die ich mache, ist z.B. gar nicht so kommerziell ausgerichtet - mit Videos und Animationen, die ich auch auf Festivals zeige. Mir wäre lieber, ich könnte Vorführ- und Ausstellungshonorare bekommen, und natürlich Honorare für Gastvorträge und Workshops (die ich auch bekomme), aber Ausstellungs- und Vorführhonorare wären für mich eine weit bessere Lösung als Kunstwerke zu verkaufen. (Aus: „Kunst in NRW“, www.kunstinnrw.de, Video-Interview von Michael Gumnor mit Myriam Thyes, 2007, zum Gesellschaftlichen in der Kunst.)

Brigitte Neufeldt 14

Brigitte Neufeldt, media artist, D

AR:
Glaubst Du, dass es in Deutschland in zehn Jahren eine Erhöhung, eine Verringerung oder ein Gleichbleiben des Gesamtbudgets der öffentlichen Hand für Kunst geben wird?

BN:
Verringerung oder ein Gleichbleiben.

AR:
Welche Auswirkungen dieser Situation auf die Kunstproduktion kannst Du Dir vorstellen?

BN:
Es wird einen großen Anteil studierter, professioneller Künstler geben, aber die meisten gehen einem anderen Beruf nach. Die Kunstproduktion wird schlechter, weil wohl mehr für den bestehenden Markt geschaffen wird.

Anita Hafner 14

Anita Hafner, visualist, A

AR:
Welche Rolle hat Deiner Meinung nach ein/e zeitgenössische KünstlerIn in z.B. europäischen Gesellschaften?

AH:
Strömungen/Zustände sichtbar zu machen. Positiv wie negativ.

AR:
Welche Rolle schreibst Du Dir selbst zu?

AH:
Ich bin Visual Artist, ich versuche zu visualisieren, zeitweise übersetze ich auch Bilder in Töne oder Gedanken in Worte.

AR:
Wie würdest Du Deine Rolle und Funktion im Team definieren?

AH:
Ich bin Teil von ‘Lost in Bass’. Alles, was Okim (Michael Kozeluha) und ich machen, ist ‘Lost in Bass’. Zur Zeit bin ich größtenteils für die visuelle Umsetzung zuständig. Aber grundsätzlich machen wir beide alles.

AR:
Arbeitest Du häufig in Kooperation mit anderen Kunstschaffenden und Personen, die mit kreativer Produktion beschäftigt sind?

AH:
Ja, bei größeren Projekten.
Nein, bei kleinen regelmäßigen Aufträgen.

Alexander Stanzel 14

Alexander Stanzel, fine artist, A

AR:
Darf ich Dich fragen, welche wissenschaftlichen Projekte Du betreust und in welcher Form Du in die wissenschaftliche Arbeit involviert bist? Sind dies Auftragsarbeiten?

AS:
Nun, es sind vordergründig Forschungen im Bereich der Psychologie. Der Teilbereich ist Musik und Kunstpsychologie. Zuvor waren es viele Arbeiten zur fördernden Wirkung des Musizierens auf Persönlichkeit und Emotionalität, momentan sind es eher kunstpsychologische Forschungen zum Moment des Ausdrucks und der Rolle des Künstlers. Mein Tätigkeitsfeld bezog sich auf alle Forschungsphasen – Planung, Organisation, Durchführung, Auswertung, Publikation. Erstere (Musikpsychologie) waren eher Auftragsarbeiten vom Ministerium, letztere sind eigens initiierte Forschungen.

Sarawut Chutiwongpeti 14

Sarawut Chutiwongpeti, mixed media/video installations, THA

AR:
As far as I know there is no or hardly any public funding for contemporary experimental arts in Thailand. Do you expect this situation to change, let’s say in the course of the next ten years?

SC:
I have never expected public art funding in my country because my country is still in the position of being a developing country. “Art“ is quite so “too far out“ for a developing country. I could imagine that the situation will not be changing much in the ten years to come. This comes from my own experince. During the last ten years that have gone by, I have never gotten any suppport from my own country or even have gotten involved in the art scene/directory in my own country. And also, I have noticed that in developped/rich countries that right now the situation regarding financial support means that it is being cut down. Many of my plans/projects that I was invited with by big institutes - such as large scale museums/galleries - could not be realized because they found their budgets cut down.

Myriam Thyes 14

Myriam Thyes, media artist, D

AR:
Wie gestalten sich Kooperationen mit anderen KünstlerInnen/Kreativschaffenden in inhaltlicher und in wirtschaftlicher Hinsicht? Welche Formen von Budget- und Arbeitsteilungen kommen zum Tragen?

Meist machen alle alles ehrenamtlich, oft als “Tauschgeschäft”.

Manchmal beantrage und erhalte ich Geld für Produktioskosten, aber leben kann davon niemand, weder ich noch Kooperationspartner/innen.

Für eindeutige Dienstleistungen, wie Übersetzungen, Tonaufnahmen, Layouts, bezahle ich natürlich. Umgekehrt verdiene ich manchmal Geld, indem ich Videoschnitt, DVD-Produktion und Websites für andere Künstler/innen mache.

Neben meiner künstlerischen Produktion bin ich als Freelancerin im Videoschnitt, DVD-Produktion, Website-Design und –Produktion aktiv und unterrichte (Projekt-Workshops an Schulen und Museen).

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