Myriam Thyes 12
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AR:
Welche Rolle schreibst Du Dir selbst als Künstlerin zu? Was siehst Du als Deine Aufgabe/n an?
MT:
Es gibt, glaube ich, für Künstler sehr unterschiedliche Möglichkeiten, Funktionen zu erfüllen, ich möchte da keine grundsätzliche Definition abgeben, sondern für mich selber ist meine Funktion als Künstlerin unter anderem eine kommunikative, also der Austausch mit anderen Menschen durch die Kunstwerke und natürlich auch durch das Gespräch über Kunstwerke. Und die Kunstwerke selbst, so hoffe ich, können die Gedanken und die Fantasie von dem Betrachter, der Betrachterin anregen, öffnen, flexibel machen, erweitern. So wie mich Kunst angeregt hat, anders über das Leben nachzudenken oder eben neue Ideen zu entwickeln, so hoffe ich, dass meine künstlerischen Arbeiten das bei anderen Menschen auch tun. (Aus: „Kunst in NRW“, www.kunstinnrw.de, Video-Interview von Michael Gumnor mit Myriam Thyes, 2007, zum Gesellschaftlichen in der Kunst.)
Wie [...] erwähnt, geht es mir um Analyse, Reflexion, Umwertung und Aneignung – auch mit Humor und (Selbst-)Ironie, und wo nötig mit Spott – und einen eigenwilligen, möglichst freien, selbstbestimmten Umgang mit dem, was wir in der Welt vorfinden. Ich habe ein Bedürfnis, Autoritäten anzukratzen, vor allem die Mächte, die unsere Symbole und Werte definieren (wollen). Einseitige “Anklagen” halte ich dabei für zu unkreativ und sinnlos, da wir alle mit allem Guten und Schlechten in der Welt verstrickt sind. In den Künsten sehe ich die Möglichkeit, scheinbar Gegensätzliches zu verbinden, z.Bsp. Engagement und Schönheit, ironische Distanz und Emotion.
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