Alexander Stanzel 07
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AR:
Wonach würdest Du die Qualität von Kunst in einer Gesellschaft definieren, kommt die Qualität von Kunst von Müssen, von Talent, von Können, von finanziellen Ressourcen, definiert sich Qualität von Kunst über den in einer Gesellschaft produzierten Mehrwert? Oder auf welche Definitionen würdest Du Dich bei der Beschreibung solcher Qualität beziehen?
AS:
Hmm, jetzt, wenn Du es näher ausführst, es ist irgendwie alles zusammen, d.h. die Qualität kommt sowohl vom Müssen – man hat einfach das unstillbare Bedürfnis etwas zu machen, auszudrücken, zu vermitteln, aber dafür braucht man/frau auch ein gewisses Talent und Können. Aber man muss – um eine Arbeit auch wirklich gut und tiefgreifend ausführen zu können – auch in gewissem Sinne über finanzielle Ressourcen verfügen, da Kunst v.a. Zeit und ungestörte intensive Arbeit braucht, aber das wird ja alles nicht gezahlt… und so muss man in der Zeit des Schaffens auch von etwas leben. Auf späteren Verkauf der Werke darf man nicht hoffen (v.a. zu Beginn der künstlerischen Arbeit).
Aber genauso ist es auch die Gesellschaft, die den Künstler dazu quasi latent auffordert, mehr und intensiver zu machen. Nicht nur was er um sich sieht und was ihn dabei verdutzt, aber auch der Druck der Galerien, Kuratoren, Sammler, Kritiker ständig zu produzieren und dies bei allerbester Qualität.
Es ist eher die Qualität oder Tiefe der künstlerischen Aussage, die in der Gesellschaft etwas auslöst, bestehende Werte neu definiert.
AR:
Könntest Du dies näher ausführen?
AS:
Naja, ich meine damit das, worauf es bei einem gutem Kunstwerk ankommen sollte. Die inhaltliche Tiefe des künstlerischen Statements, das, was der Betrachter dabei empfindet, wenn er ein Werk wahrnimmt, was es in ihm auslöst, verändert, zum (Neu-) Denken anregt. Wie sehr der Künstler gewisse Tatsachen der Realität offenbart. Tatsachen, die von Bedeutung sind, den Menschen ansprechen, betreffen, berühren.