
http://www.datonet.at/kanonmedia/stach_subclip14.mov
WS:
Auf mich bezogen: Ich glaub[e], meine stärksten Sachen hab[e] ich in irgendwelchen tiefen Verzweiflungen zuwege gebracht, ja, über Liebesverlust oder solche Schmerzhaftigkeiten, die ich möglicherweise damit irgendwie versucht habe, wieder loszuwerden. Anderes aber auch sind pure Einfälle, Assoziationen, die nicht unbedingt jetzt aus einem Leiden heraus entstanden sind. Also – ich sag jetzt nur – ich bin halt auch einmal im Theater gesessen und hab[e] mir von der Jelinek Das Werk an …[geschaut], und mittendrin im Stück ist mir eingefallen, ich könnte die Staumauer von Kaprun beschreiben – also zack – und das ist mir nicht gelungen, weil die Verbund AG dagegen war, is[t] … [egal], is[t] eine eigene Geschichte, aber … – also: Das ist jetzt sozusagen irgendwie “ausseghupft”, sag[e] ich einmal, und [auch] anderes, an dem ich länger und intensiver gearbeitet … [habe], Bilderserien zum Beispiel, ja, da gab [e]s sicher eher Gründe, die eher in … irgendwelchen tiefen Etagen meiner Psyche verankert sind.
AR:
Mir geht [e]s ja oft so, dass ich überhaupt erst im Nachhinein d[a]rauf komm[e], womit ich mich im Rahmen eines Projektes beschäftige, also: Ich weiß, ich muss es tun, ich merk[e] meistens auch erst, wenn es begonnen hat, dass es begonnen hat, also: Ich hab[e] Zeiten, wo ich sozusagen auf der Suche nach dem nächsten Projekt, nach dem nächsten Werk bin, wo ich da sitz[e] und mir denk[e]: A[c]h, mir fällt ja gar nichts ein, und ich bin ja überhaupt nicht kreativ, und ich weiß gar nicht, und wie soll das weitergehen? Und meistens merk[e] ich, dass eine Produktion begonnen hat. Oft ein, zwei Wochen, nachdem sie begonnen hat, steh[e] ich da und denk[e] mir: Ach so, das ist es jetzt, und das ist das, was ich zu tun habe. Und warum ich [e]s tu[e], und was ich darin erforsche – es ist immer eine Weiterführung von Dingen, die ich zuvor gemacht hab[e]. Also, bei mir – glaub[e] ich – ist es immer schon so eine Entwicklung als Künstlerin, sowohl handwerklich nämlich als auch in der Souveränität der Mittel, die ich verwende, der Methoden, die ich einsetze, aber auch, – also, ich glaub[e], ich erzähl[e] immer Geschichten – auch in dem, wie ich Geschichten erzähle.
WS:
Ja, es gibt ja genug Künstler – jetzt nicht nur im Bereich eben der bildenden Kunst, sondern eben … Musiker, Schriftsteller, die am Ende ihres Lebens im guten Fall d[a]rauf kommen, dass sie eigentlich immer die gleiche Geschichte geschrieben haben, immer das Gleiche komponiert – jetzt in einem höchst übertragenen Sinn dieser Bedeutung natürlich. Ja, manchmal glaubt man es zu wissen, manchmal weiß man es vielleicht auch wirklich.