Archive for December, 2007

Evrim Asutay 22

Evrim Asutay, actress, TR

http://www.datonet.at/kanonmedia/evrim_subclip22.mov

I do n[o]t know in other countries what is going [on]. In our country, if you are an artist in [a] government theater the system is not good. I do n[o]t think that it
[i]s good because you are becoming to be a person who is going to work and coming … home, going to work and coming … home. There is no magic, there … [are] no exciting things, there is no life, I think.

Walter Stach 15

Walter Stach, artist/art mediator, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/stach_subclip15.mov

AR:
… Würdest du ein Künstlertum – sehr interessant, dass es im Deutschen gar kein wirkliches Wort dafür gibt –, würdest du ein Künstlertum als Berufsstand definieren? Manche verweigern das ja, oder die jungen Theorien sagen, jeder ist ein Künstler. Was bedeutet es, Künstler zu sein? Würdest du ein Künstlertum als Berufsstand definieren oder nicht?

WS:
Ja. Also für mich eindeutig ja. Nicht nur jetzt aus ideologischen Gründen – da kann ich mich durchaus mit Beuys & Co sozusagen einverstanden erklären, und von einer bestimmten Auffassung her gesehen unterschreib[e] ich das total –, andererseits bin ich genug Materialismus-geschult, dass ich sag[e], derjenige, der von dem lebt, was er produziert, der hat diesen Beruf. Also: Wenn ich zwei Mal im Jahr ein Tischerl für meine Tochter bastl[e] oder ein Puppenwagerl, bin ich deswegen [noch] kein Tischler. Ich muss [aber] nicht unbedingt davon leben oder überleben können – ich mein[e] jetzt finanziell. Womit sich das, glaub[e] ich, schon verbinden muss, is[t] auch die Haltung, also: Man weiß, ob man Künstler is[t] oder nicht, also, da bin ich ganz sicher.

Korhan Erel 21

Korhan Erel, sound artist, TR

http://www.datonet.at/kanonmedia/korhan_subclip21.mov

As long as they do n[o]t dictate anything on me as far as on the creative process if they [do not] tell me you have to …, your artwork should be on this it [i]s ok. Then they buy me, they are buying my art. It [i]s - I think - two different things.

Evrim Asutay 21

Evrim Asutay, actress, TR

http://www.datonet.at/kanonmedia/evrim_subclip21.mov

I do n[o]t want to be an … artist of government, I did n[o]t imagine this.

Walter Stach 14

Walter Stach, artist/art mediator, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/stach_subclip14.mov

WS:
Auf mich bezogen: Ich glaub[e], meine stärksten Sachen hab[e] ich in irgendwelchen tiefen Verzweiflungen zuwege gebracht, ja, über Liebesverlust oder solche Schmerzhaftigkeiten, die ich möglicherweise damit irgendwie versucht habe, wieder loszuwerden. Anderes aber auch sind pure Einfälle, Assoziationen, die nicht unbedingt jetzt aus einem Leiden heraus entstanden sind. Also – ich sag jetzt nur – ich bin halt auch einmal im Theater gesessen und hab[e] mir von der Jelinek Das Werk an …[geschaut], und mittendrin im Stück ist mir eingefallen, ich könnte die Staumauer von Kaprun beschreiben – also zack – und das ist mir nicht gelungen, weil die Verbund AG dagegen war, is[t] … [egal], is[t] eine eigene Geschichte, aber … – also: Das ist jetzt sozusagen irgendwie “ausseghupft”, sag[e] ich einmal, und [auch] anderes, an dem ich länger und intensiver gearbeitet … [habe], Bilderserien zum Beispiel, ja, da gab [e]s sicher eher Gründe, die eher in … irgendwelchen tiefen Etagen meiner Psyche verankert sind.

AR:
Mir geht [e]s ja oft so, dass ich überhaupt erst im Nachhinein d[a]rauf komm[e], womit ich mich im Rahmen eines Projektes beschäftige, also: Ich weiß, ich muss es tun, ich merk[e] meistens auch erst, wenn es begonnen hat, dass es begonnen hat, also: Ich hab[e] Zeiten, wo ich sozusagen auf der Suche nach dem nächsten Projekt, nach dem nächsten Werk bin, wo ich da sitz[e] und mir denk[e]: A[c]h, mir fällt ja gar nichts ein, und ich bin ja überhaupt nicht kreativ, und ich weiß gar nicht, und wie soll das weitergehen? Und meistens merk[e] ich, dass eine Produktion begonnen hat. Oft ein, zwei Wochen, nachdem sie begonnen hat, steh[e] ich da und denk[e] mir: Ach so, das ist es jetzt, und das ist das, was ich zu tun habe. Und warum ich [e]s tu[e], und was ich darin erforsche – es ist immer eine Weiterführung von Dingen, die ich zuvor gemacht hab[e]. Also, bei mir – glaub[e] ich – ist es immer schon so eine Entwicklung als Künstlerin, sowohl handwerklich nämlich als auch in der Souveränität der Mittel, die ich verwende, der Methoden, die ich einsetze, aber auch, – also, ich glaub[e], ich erzähl[e] immer Geschichten – auch in dem, wie ich Geschichten erzähle.

WS:
Ja, es gibt ja genug Künstler – jetzt nicht nur im Bereich eben der bildenden Kunst, sondern eben … Musiker, Schriftsteller, die am Ende ihres Lebens im guten Fall d[a]rauf kommen, dass sie eigentlich immer die gleiche Geschichte geschrieben haben, immer das Gleiche komponiert – jetzt in einem höchst übertragenen Sinn dieser Bedeutung natürlich. Ja, manchmal glaubt man es zu wissen, manchmal weiß man es vielleicht auch wirklich.

Korhan Erel 20

Korhan Erel, sound artist, TR

http://www.datonet.at/kanonmedia/korhan_subclip20.mov

AR:
What [i]s your attitude towards grants or towards collectors buying your work? [Do] you find this a good way to finance artists’ costs of living or project costs? What would you think?

KE:
Well, as long as you are not trying to create works that collectors would like to buy I think it [i]s ok. If you are just being sincere with your work and not manipulate it, not change it so it [i]s more likeable by collectors or grants then it [i]s ok. If the collectors actually see your work that you have created for yourself maybe and by yourself and not thinking about whether it can be sold or not and if the collector likes it and he is free to buy it I do n[o]t mind.

I mean …, that does n[o]t really apply to me because you can[no]t sell music like that. It more applies to - you know - fine arts, I think, like paintings, sculpture and stuff. Music - I mean, you can sell it to a publisher like a label, record label, [yes], if they like it …, [yes], in order to bring out albums you have to do that. But we never try to taylor our sounds towards a certain record label. We do n[o]t listen to them and they can[no]t dictate anything on us. If we do n[o]t bring out an album that [i]s fine. We just want to do the music we like.

And about grants: that does n[o]t exist in Turkey anyways, so I never gave a serious thought about it. But I know it [i]s the way of living for many artists in Europe and I know most artists make a living out of grants or scholarships or residencies. I have done a few residencies in Europe but I did n[o]t make any money out of them. They just paid my costs and stuff. But [yes], I would n[o]t mind, actually, why not?

Evrim Asutay 20

Evrim Asutay, actress, TR

http://www.datonet.at/kanonmedia/evrim_subclip20.mov

You need chance sometimes.

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