Walter Stach 15
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AR:
… Würdest du ein Künstlertum – sehr interessant, dass es im Deutschen gar kein wirkliches Wort dafür gibt –, würdest du ein Künstlertum als Berufsstand definieren? Manche verweigern das ja, oder die jungen Theorien sagen, jeder ist ein Künstler. Was bedeutet es, Künstler zu sein? Würdest du ein Künstlertum als Berufsstand definieren oder nicht?
WS:
Ja. Also für mich eindeutig ja. Nicht nur jetzt aus ideologischen Gründen – da kann ich mich durchaus mit Beuys & Co sozusagen einverstanden erklären, und von einer bestimmten Auffassung her gesehen unterschreib[e] ich das total –, andererseits bin ich genug Materialismus-geschult, dass ich sag[e], derjenige, der von dem lebt, was er produziert, der hat diesen Beruf. Also: Wenn ich zwei Mal im Jahr ein Tischerl für meine Tochter bastl[e] oder ein Puppenwagerl, bin ich deswegen [noch] kein Tischler. Ich muss [aber] nicht unbedingt davon leben oder überleben können – ich mein[e] jetzt finanziell. Womit sich das, glaub[e] ich, schon verbinden muss, is[t] auch die Haltung, also: Man weiß, ob man Künstler is[t] oder nicht, also, da bin ich ganz sicher.