Walter Stach 13

Walter Stach, artist/art mediator, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/stach_subclip13.mov

AR:
Und was hast du da gesucht? Gibt [e]s da ein Thema? … Bei vielen zieht sich das wie ein roter Faden durch. Oder was ist es, was du dort suchst, wenn du dich so in die eigene Produktion vertiefst, sozusagen?

WS:
Das weiß ich nicht. Und wenn ich es wüsste, wär[e] es wahrscheinlich nicht die richtige Antwort, weil das ist also so wie bei den – glaub[e] ich – … Psychologen und Psychiatern: die kurieren auch an den anderen, was sie an sich selbst nicht kurieren können, weil sie es an sich selbst auch nicht sehen. Deswegen – glaub[e] ich auch, bin ich auch davon überzeugt –, wenn man [einen] Künstler fragt, [nun], was meinen Sie denn mit diesem Werk? –, dass man garantiert nicht die richtige Antwort kriegt, [nicht], weil er schwindelt, sondern weil er es wirklich nicht weiß. … Da hab[e] ich eine sehr traditionelle bis konservative Auffassung, dass ich glaube, dass ein großes Movens der künstlerischen Tätigkeit tatsächlich in der Tiefe der Psyche dieser Menschen, die da als Künstler gelten, liegt … und [sie] von dort her ihre Kraft bekommen. Wenn man es pathologisiert, kann man sagen: Wenn jemand, wenn ein Neurotiker die Fähigkeit hat, sein neurotisches Verhalten sozusagen kreativ zu sublimieren, dann kann ein großer Künstler aus ihm werden, ansonsten ist er nur ein Neurotiker.

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