Walter Stach 12
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AR:
Es wird ja verstärkt auch die Rolle des Künstlers, der Künstlerin als Dienstleister[Innen] immer wieder aufgegriffen, stark derzeit im Lichte von Entertainment und Public Relations. Oder … – was auch immer wieder [diskutiert wird] –, … das [sind] ja auch die Schwierigkeiten, bei transdisziplinären Projekten – wenn man zum Beispiel mit Laien arbeitet; also das Transdisziplinäre der Kunst … Glaubst du, dass das wirklich der Hauptauftrag des Künstlers, der Künstlerin ist, oder sind da sozusagen Methoden und Sprachrohre, die ein Künstler, eine Künstlerin für sich wählen kann, um etwas zu produzieren, was in einem selbst entsteht? Wie stehst du zu dieser Dienstleister[schaft], zu dieser Anwendbarkeit von Kunst in einer Gesellschaft?
WS:
Günther Nenning hat in einer seiner tausend Publikationen, einmal im Neuen Forum, einen Beitrag geschrieben, dessen Titel ich mir sehr gut gemerkt habe. Der Titel hat gelautet: Die Kunst darf alles und muss nichts. Also: Ich würde mir nicht anmaßen, irgendjemandem, der sagt, ich bin Künstler, vorzuschreiben, was er zu tun oder was er zu lassen hat. Das ist … für mich wirklich ganz wichtig. Meine persönliche Meinung für das, was ich tue, in dem, wo ich mich als Künstler erlebe und als Künstler auch betätige, ist, dass ich in manchem – und das seh[e] ich einfach, wenn ich meine Arbeiten so zurückerinnere – und in vielem mich sozialkommunikativ angebunden habe und – wenn du so willst – sozusagen als Dienstleister an der Gesellschaft fungiert habe, aber in einigen Werken – und die sind mir auch ganz, ganz wichtig – überhaupt keine Rücksicht genommen habe auf das, was ich glaube, dass die Gesellschaft von mir erwartet oder braucht oder so. Also, da war ich mir in meinem Tun selbst genug, und das finde ich auch total in Ordnung.