Walter Stach 05
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AR:
Empfindest du da Unterschiede, wenn du die Kunstauffassungen [der 68er-Jahre] mit denen einer heutigen zeitgenössischen [Kunst], einem Kunstmarkrt oder einer Kunstthorie vergleichst? Stellst du da große Unterschiede fest?
WS:
Große graduelle, keine prinzipiellen. Also, es hat die Geschichte zumindest der Kunst der letzten hundert Jahre gezeigt, dass der Gedanke der Aufklärung auch in diesem Genre sozusagen Platz gegriffen hat, und wenn man jetzt, ich weiß nicht …, zurückgeht bis zu den Futuristen und den Künstlern der russischen Oktoberrevolution bis zu heutigen Formen wie Social Art und Public Art und wie immer sie alle heißen, so gab es immer in der Kunstentwicklung eine Strömung, die es für wert gefunden hat, in Beziehung, in möglichst enger und möglichst wirkungsvoller Beziehung zur Gesellschaft und zu gesellschaftlichen Aktivitäten zu stehen. Und auf der anderen Seite gab [e]s und gibt [e]s natürlich eine große Strömung – wenn sie man jetzt sehr pauschal zusammenfasst –, die man ja irgendwie unter dem Begriff des l’art pour l’art vereinnahmen könnte.