Archive for September, 2007

Kurt Hofstetter 03

Kurt Hofstetter, media artist, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/hofstetter_subclip7.mov

In den späten 70er Jahren und frühen 80er Jahren habe ich Zugang gekriegt zu einem Riesending [von damals neu herausgekommenen Kopiergeräten]. Das waren auch meine Frontalbeleuchtungen usw., und diese Dinge haben dann neben meinem Mathematikstudium, … [in dem] ich eigentlich in den letzten Prüfungen eher über meine Kunst zu reden gewagt habe und auch Interesse gefunden habe - … die Professoren, die sehr gefürchtet waren, haben eigentlich dann zur Hälfte mich nach meinen künstlerischen Dingen ausgefragt oder diskutiert usw. - [an Bedeutung gewonnen.] Und das war irgendwie schon ein Feedback, sodaß ich … gemerkt habe: Oh, da ist irgendetwas da. … [Danach bin ich] wieder hineingefallen in die Gesellschaft, wo das völlig undenkbar war, … [bis mir] dann 1988 der Kragen geplatzt [ist] und [ich] … mit diesen gesellschaftlichen Gewohnheiten aufgehört [habe].

Mandana Alavi Kia 02

Mandana Alavi Kia, dancer/performer/singer/painter, IR

AR:
Wonach würdest Du die Chancen und Notwendigkeiten von Kunst in der sozialen Gesellschaft, in der Du lebst, definieren?

MAK:
Ich empfinde es schon als zwanghaft, gewisse Themen oder Projekte in die Realität umsetzen zu müssen, da sonst der Fluss unterbrochen wird und die Kreativität keinen Ausdruck findet.

Gleichzeitig ist es ein Paradoxon, da ich es freiwillig tue.

Sehr viele Künstler hatten und haben Visionen, die ihrer Zeit voraus sind und auch die Zukunft prägen.

Ich finde, in jeder Gesellschaft sollte es für die Künstler Möglichkeiten geben, ihre Kunst auszuüben, sowohl um die Gesellschaft zu bereichern als auch um einen Freiraum zu schaffen des Denkens, Fühlens und der Auseinandersetzung mit wichtigen aktuellen oder einfach nur menschlichen Themen.

Heidulf Gerngross 03

Heidulf Gerngross, architect, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/gerngross_subclip3.mov

Im Jahr 62 hab ich mit dem Uli, meinem Freund, der eben schon in Kambodscha [gewesen] war, eine Weltreise begonnen und bin dann über [die] Türkei, Afghanistan, Indien, Nepal nach Hongkong, Japan, war dann ein halbes Jahr in Japan, [und] von Japan eben über USA, Mexiko, Island wieder zurück. … [So] habe [ich] diese einjährige Weltreise gemacht, die schon so eine Art Odyssee war und mir auch schon irgendwie die Welt in einer Linie - zumindest irgendwo - gezeigt hat. Ich hab[e mir] dann immer … gedacht, wenn ich die gleiche Strecke zurück[ge]fahr[en wäre], hätt[e] ich [vieles] wahrscheinlich gar nicht mehr erkannt, aber trotzdem hat man ein biss[chen] etwas mitbekommen, vor allem: man hat Menschen kennengelernt und gemerkt, dass es eben doch … nicht diese Feindbilder gibt. … [Als] wir klein waren, waren ja die Russen die Feinde, die Italiener die Katzlmacher, die Franzosen die Kriegsfeinde … und dann habe ich doch gemerkt, dass die Welt eine, wie soll man sagen, doch irgendwie eine fast brüderliche Gemeinschaft ist.

Heidulf Gerngross 02

Heidulf Gerngross, architect, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/gerngross_subclip2.mov

Mein Vater hat mich dann in eine Schule geschickt, in ein Gymnasium, in eine Versuchsschule, wo ich während des Gymnasiums auch gleichzeitig ein Handwerk lernen konnte. … Mit 18 Jahren war ich fertiger Tischlergeselle und hab[e] die Matura gehabt, und dann hat mein Vater zu mir gesagt: “Wer[d’] ‘was G’scheites.” Dann bin ich nach Wien gezogen und habe Architektur studiert.

Heidulf Gerngross 01

Heidulf Gerngross, architect, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/gerngross_subclip1.mov

Mit sechs Jahren sind vorerst einmal die Kosaken dahergekommen, die irgendwie von den Engländern über den Plöckenpass nach Kötschach getrieben worden sind und vollkommen verarmt und verhungert waren und geflüchtet sind vor den Russen. … Die Engländer haben die dann in Lienz den Russen übergeben, und da hat es zahlreiche Selbstmorde gegeben. … Gleich danach auf einmal waren die Engländer da, und der Krieg war aus. In Kötschach sind ein paar Bomben gefallen, und ich war als Sechsjähriger - oder Fünfjähriger - eigentlich nicht der Befreite, sondern der Besiegte, also: ich habe schon mit sechs Jahren sozusagen “eins auf den Schädel gekriegt”.

Kurt Hofstetter 02

hofstetter_pic2.jpg

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… Gesellschaftlich auch bedingt, muss ich sagen - es war nicht möglich, Kunst und Mathematik zu studieren. Ich wurde - sozusagen - nicht aufgenommen, hab[e] aber während meines Mathematikstudiums immer meine Experimente mit Licht [durchgeführt].

Kurt Hofstetter 01

Kurt Hofstetter, media artist, A

http://www.datonet.at/kanonmedia/hofstetter_subclip1.mov

Ich habe … in meinem … künstlerischen Werdegang zehn Jahre gebraucht, um mich zu überhaupt zu definieren in dieser Gesellschaft. Ich hatte zwar meine ersten künstlerischen Erfahrungen, so weit ich mich zurückerinnern kann, im Bereich der Musik ….

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