Archive for August, 2007
Gerald Kofler 05
AR:
Diese Offenheit, Gerald, wenn ich da bei Dir noch einmal ein bisschen nachfragen darf, die wirkt sich wahrscheinlich sowieso im Journalismus ganz stark aus, nehme ich einmal an; in der Fotografie, wo wir ja im visuellen Medium stark sind - nicht nur, ich glaube, es geht auch dort um Begegnung -, wie wichtig sind dir da die Prozesse oder wie sehr tendierst Du dazu, fertige Werke anzustreben?
GK:
Fotografie [: da,] - denke ich mir, gibt es zweierlei Zugänge. Der eine ist eben der intuitive Zugang, …. wo man sich einfach auf das breite So-Sein dessen, was uns umgibt, bedingungslos einlässt und das für sich herausdestilliert, was einem wichtig erscheint. Zum anderen gibt es auch die Idee, die sozusagen aus dem Inneren herauskommt, die irgendwann [ein]mal da ist, die mir sagt: DAS ist es jetzt, was ich verwirklichen möchte - und man sich dann auf die Suche begibt, um das dann auch schlussendlich zuwege zu bringen.
Beim Journalismus ist es zum Teil so, dass es die ursächlichste Aufgabe ist, … aus dieser Vielfältigkeit an gegenwärtigem So-Sein für sich das herauszuholen, wo man eben glaubt: das ist von Interesse, das macht einerseits vom Zeitgeist her, andererseits von anderen Anforderungen her Sinn, dass man darüber berichtet. Zeitweise ergibt es sich auch aus dem Tagesgeschehen, wie man weiss. Aber im Grunde genommen gilt auch hier, das Offene, die Mannigfaltigkeit des Lebens in einem strukturierten Prozess dergestalt darzustellen, dass es für andere zum Gedankenanstoss gereicht.
Gerald Kofler 04
http://www.datonet.at/kanonmedia/kofler_subclip5.mov
[AR:
Du bist Journalist einerseits ... ein sehr angewandter Bereich, ein Kreativberuf ..., gleichzeitig widmest Du Dich seit Jahren der Fotografie, das heisst, ich nehme an, bei Dir gibt es auch so ein Spannungsfeld: was brauchst Du an Kommunikation, was brauchst du an Begegnung mit anderen, an Zusammenarbeit mit anderen, und wo ist es Dir - sei [e]s im Schreiben oder in der Fotografie - wichtig, Dich zurückzuziehen?]
GK:
… Wenn ich an verschiedene Reisen denke, die ich gemacht habe, die dann später zu Berichten geworden sind, dann muss ich sagen, war es primär die Fotografie, weil: die Fotografie ist der Intuition in diesem Fall näher. Das, was ich als Erstes sehe, das, was mich als Erstes begeistert, nehme ich [ein]mal bildlich auf, und dann wird gefragt. Und dann kommt … sozusagen erst der ganze Prozess des Vergegenwärtigens in Gang, der dann schlussendlich die Eindrücke zu Worten werden lässt.
Jeremy Hight 06
AR:
Does art produce added value/s for a society?
JH:
Maybe I am a bit cynical but this seems to be only true here with a handful of names or if you are in the arts or connected to them.
Personally, it is like saying what does one live for? It isn’t just to subsist and the arts create inspiration, entertainment, knowledge … etc….
Herbert Wulz 02
http://www.datonet.at/kanonmedia/wulz_subclip3.mov
Mitten in der Informatik die Kunst zu finden ist sehr schwer. … In unserer Zeit sprechen wir von Multimedia und gehen damit eigentlich von [der Funktionalität einer Sprache aus]. Für mich ist es so, nachdem ich sehr viel Erfahrung mit Sprachen, mit Computersprachen habe und nicht nur die Struktur der sprache mir wichtig ist. Als Informatiker verstehe ich auch die Funktion der Sprache, also die Funktionaliät einer Sprache.
… In der jetzigen Arbeit beschäftige ich mich damit, dass ich versuche, so etwas wie Meta Media zu entwickeln. Wir sprechen immer von Mulitmedia und meinen damit nichts anderes als eine digitale Präsentation von Inhalten. Eigentlich ist Multimedia aber von der Definition her eine völlig anderer Umgang mit Information. Meta Media meint: … wir schreiben Texte, um sie dann zu drucken; wir malen Bilder um sie an die Wand zu hangen oder sie wie auch immer zu vervielfältigen; mit Meta Media - und da geht es auch einmal um das S/T/A/R-Projekt, das wir mit dem Heidulf [Gerngross] zusammen seit vielen Jahren betreiben - da geht es mir um eine Botschaft, die … formuliert [wird], um verfügbar zu sein, um sie dann zu drucken, wie auch immer zu postionieren, und da sehe ich meine Arbeit und diese Art von Verdichtung, wo man dann einmal sagen kann: es ist nicht alltäglich.
Jeremy Hight 05
AR:
Would you agree that art has always been a pioneer in society?
JH:
America as a whole is pretty much the least supportive culture in the world overall in terms of the arts. This country has a mythology based on the “pioneer” but in terms of the cliche’s “up from the bootstraps” “he made it from nothing” etc ……. The pioneer revered in America often is revered for making it and becoming a figure of power, financial means and cult of personality. The arts have much less funding. We are a young culture also and this is surely part of the problem.
Gerald Kofler 03
http://www.datonet.at/kanonmedia/kofler_subclip4.mov
Da hat man halt die Spezifikation kennengelernt, dass es eben zwei Arten der Fotografie gibt, nämlich die unmittelbare im ersten Gang: das, was ich sehe, bringe ich auf Zelluloid, und dann hab[e] ich die zweite Chance sozusagen: wenn ich das Ganze weiter auf das Papier befördere - ein Vorgang, der sich heute weitestgehend digitalisiert hat [und] den man allerdings in der journalistischen Arbeit eher versucht zu vermeiden, denn da ist Tempo angesagt und da ist es … [eben] auf der einen Seite wichtig, dass man schon schaut … ein Gesamtkunstwerk vielleicht … von Anfang an im Kopf zu haben, das eben sowohl von der bildlichen als auch von der textlichen Seite her getragen sein kann.
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