
http://www.datonet.at/kanonmedia/080507_55_fm.mov
Künstlersozialversicherung ist schon angesprochen worden. Das ist natürlich ein großer, schlimmer Punkt, und da bin ich immer wieder ganz überrascht, wie wenig sich da Österreich an Deutschland orientiert, wo es eigentlich wesentlich besser und selbstverständlicher und ohne großen medialen Rummel seit 20 Jahren gut funktioniert. Da ist extrem viel zu machen bei der Künstlersozialversicherung.
Aber generell - jetzt einmal - hab[e] ich ein paar Dinge hier aufgeschrieben. Dieser ganz wichtige Punkt scheint mir auch dieser Urheberrechtspunkt. Und auch […], so unangenehm es ist, diese Folgerechtsproblematik, die eigentlich die Künstler und Künstlerinnen - in den letzten, seit zwei Jahren gibt es das - sehr schlecht gestellt hat.
Der Grund dafür ist aber auch, dass dieses Folgerecht nicht in allen europäischen und international, also in Amerika, nicht existiert. Dadurch gibt es eine bestimmte Ungleichstellung.
Und dieses Folgerecht besagt - soviel für die, die das nicht wissen -, dass man bei dem Verkauf seiner Kunstwerke, seiner künstlerischen Produktionen, sobald es um einen Zweitverkauf geht, prozentuell beteiligt ist. Das heißt, wenn man – […] das Beispiel haben Sie[, Herbert Gnauer, Anm. AR.], glaub[e] ich vorher erwähnt -, […]wenn man also vor vierzig Jahren oder vor dreißig Jahren oder vor zwanzig Jahren diese Kunstwerke produziert hat und einmal wahnsinnig berühmt wird - diese Werke sind irgendwo und werden dann auf einmal weiterverkauft und weiterverkauft -, kann man immer einen bestimmten Prozentsatz mitschneiden bei diesem Weiterverkauf - also eigentlich etwas, das sehr sinnvoll ist. Dabei muss auch noch viel gemacht werden. Diese Deckelung, die muss eigentlich weg. Das muss also wirklich ab …, für jeden Verkauf muss das eigentlich gelten.
Dann hab[e] ich hier natürlich auch noch das Thema Kunstakademien, wo es wichtig ist, dass diese Bereiche - eben Marketing, Recht, Betriebswirtschaft, Kulturwirtschaft - erweitert [… werden]. Das sind Dinge, die es einfach nicht gibt, die sollten also unbedingt passieren. Aber ich denke, das wird nur über eine verfassungsmäßige Änderung gehen: was die Universitäten generell für Aufgaben haben.
Dann natürlich gibt es da so Sachen, die es in vielen auch wiederum deutschen Städten schon gibt, wie Unterstützungen der Atelierkosten. In einem sehr hohen Ausmaß gibt es das z.B. in Berlin.
Was natürlich auch schlimm ist, dass die Kunst am öffentlichen Bau ein Bereich ist, der in Österreich auch noch immer sehr lasch gehandhabt wird, wo man zwar weiß, es muss bei jedem öffentlichen Gebäude der und der Prozentsatz Kunst am öffentlichen bau dabei sein, aber so richtig überprüft und gemacht und vergeben wird das eigentlich auch nicht.
Wichtig fänd[e] ich eben auch diese Situation, dass Künstlerinnen und Künstler schon während der Ausbildung auch vielleicht anderen Berufsfeldern zugeführt werden. Dann sehe ich auch wieder im Bereich der Vermittlung viele Chancen, eben gerade in der Schule, wo ich denke, es wäre sicher spannend, dass also Künstlerinnen und Künstler in den Schulen unterrichten könnten.
Steuerlich sind diese Geschichten mit diesen Freibeträgen […] interessant. Dieses Thema, Kunst überhaupt generell von der Steuer absetzbar zu machen, also Kunst anzukaufen und es von der Steuer absetzbar zu machen, das ist etwas problematisch. Das haben wir innerhalb der IG bildende Kunst schon durchdiskutiert. Das würde zu einer ziemlichen Verzerrung und zu einer einseitigen Förderung auch führen. Also, da sind wir eigentlich nicht so dafür gewesen
[…] Ich sehe natürlich auch ein Versagen, was z.B. - was Sie[, Michael Wimmer, Anm. AR.] vorher angesprochen haben - diese Wahrnehmung oder diese Wichtigkeit von Kultur innerhalb der Bevölkerung [betrifft, Anm. AR.]. [Das] ist natürlich ein absolutes mediales Versagen. Speziell in Österreich, kann man sagen, ist da in den letzten zwanzig Jahren viel schief gegangen, ob das jetzt im ORF ist oder in den Medien – [es] wird viel zu wenig und viel zu unqualifiziert über Kunst und Kultur berichtet. Wissen wir [… ohnehin], führt aber auch dazu, dass die Bevölkerung einfach keine Ahnung hat, was da eigentlich los ist.
Schlimm ist die Situation auch in den Schulen, also nicht nur auf den Universitäten, wo ich mir auch denk[e], da muss also auch viel mehr passieren, was wiederum aber eigentlich so komplex ist, weil es mit den Universitäten und der Ausbildung dort zu tun hat. Aber auch dort kann man im Vorfeld schon mit sechsjährigen Kindern und Jugendlichen anfangen, eine ganz eine andere Art von kreativem Unterricht zu machen [… in der] Kunst und Musik und sie einfach mehr und mehr und selbstverständlicher zur Kultur hinzuführen.
[…] Das sind jetzt viele, viele Punkte auf einmal […], aber es war irgendwie Deine[, Alexandra Reill, Anm. AR.] Frage.
AR:
Ja, genau.